Fachtage Musikvermittlung
Jana Schuler
Unser Musikvermittlungs-Netzwerk setzt sich zusammen aus Vertreter*innen verschiedener Organisationen. Darunter finden sich Opernhäuser, Stadttheater, Orchester, Festivals, Ensembles, Musikschulen, Kirchenmusik sowie Akteur*innen der freien Szenen, die in Niedersachsen im Bereich der Musikvermittlung aktiv sind.
Regelmäßig organisieren wir Fachtage, Workshops und Netzwerktreffen, die Raum schaffen, um untereinander Erfahrungen auszutauschen sowie neue Inspiration für die eigene Arbeit zu schöpfen. Dabei sehen wir uns als Impulsgeber für aktuelle Themen und begleiten Musiker*innen bei ihrer Professionalisierung im Berufsfeld Musikvermittlung.
Fachtag Musikvermittlung x politische Bildung
09. September, 10- 17 Uhr
Rampe Co-Working, Hannover Nordstadt, Gerhardtstraße 3
Musik prägt das gesellschaftliche Miteinander. So kann die Musikvermittlung nicht nur den Zugang zu Musik schaffen, sondern auch Perspektiven auf Demokratiekompetenzen in Gruppenprozessen aufzeigen und so die gesellschaftliche Relevanz von gemeinsam erlebter Musik deutlich machen.
Beim diesjährigen Fachtag Musikvermittlung wollen wir gemeinsam über Haltungen in der Musikvermittlung und Strategien kritischer Reflektion nachdenken. Wie politisch ist unser vermittlerisches Handeln bereits und welche Perpektiven lohnt es sich, vielleicht neu einzunehmen?
Außerdem stärken (interdisziplinäre) Kooperationen die fachliche Kompetenz, doch wie entstehen diese und welche Partner*innen passen zu welchem Projekt? Exemplarisch wollen wir uns eine erfolgreiche Kooperation zwischen kultureller & politischer Bildungseinrichtung anschauen und uns austauschen, wie solche Allianzen für weitere Projekte nachhaltig aufgebaut werden können.
Das Programm
| 10:00 Uhr | Ankommen |
| 10:30 Uhr | Begrüßung & Kennenlernen |
| 11:00 Uhr | Best Practice: Jazzpilot*innen der Deutschen Jazzunion mit Jan Monazahian |
| 12:00 Uhr | Ideenschmiede offener Austausch mit der Landeszentrale für politische Bildung |
| 12:30 Uhr | Mittagspause |
| 13:15 Uhr | Workshop: Stop and Listen - Selbstpositionierung und kritische Perspektive in der Musikvermittlung mit Rosanna Lovell |
| 14:45 Uhr | Kaffeepause |
| 15 Uhr | Interaktiver Vortrag: Haltung in der Musikvermittlung- Lernen von freien Ensembles
mit Inka Knäpper |
| 16:30 Uhr | gemeinsamer Abschluss |
Mehr Informationen zu den Inhalten und unsere Referent*innen folgen an dieser Stelle in den nächsten Tagen.
Die Anmeldung ist ab jetzt geöffnet!
Die Workshops
Best Practice: Jazzpilot*innen der Deutschen Jazzunion
11:00 - 12:00 Uhr
Wir blicken im Workshop gemeinsam auf die Jazzpilot*innen der Deutschen Jazzunion als Best-Practice-Beispiel in der Jazzvermittlung und überlegen gemeinsam, wie der Start in ein eigenes politisch-bildendes Musikprojekt gelingen kann.
Die Jazzpilot*innen der Deutschen Jazzunion setzen sich seit 2020 dafür ein, neue Wege in der Jazzvermittlung zu gehen. Ihr Ziel ist, Jazz mit politischer Bildung zusammenzubringen und die Symbiose aus beiden Feldern für innovative Methoden und spielerische Vermittlungsideen zu nutzen. So können Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Zugang zu Musikunterricht erreicht werden.
Gemeinsam mit Kooperationspartner*innen wie Musikland Niedersachsen oder dem Jazzfest Berlin konnten in den letzten Jahren viele große und kleine Projekte bundesweit realisiert werden. 2025 wurden die Jazzpilot*innen dafür mit dem Deutschen Jazzpreis in der Kategorie "Musikvermittlung und Teilhabe" ausgezeichnet.
Jan Monazahian ist Musiker, Pädagoge und Jazzvermittler. Er schloß, nach einem Master in Visueller Anthropologie an der Georg-August-Universität Göttingen, ein Jazzpädagogik-Studium am Institut für Musik an der Hochschule Osnabrück ab und forschte zu Improvisation im Alltag und Jazzpädagogik in Deutschland. Heute arbeitet er bundesweit in verschiedenen Jazzvermittlungsprojekten, u.a. leitet er für die Deutsche Jazzunion das Projekt „Jazzpilot*innen“, mit dem er den Deutschen Jazzpreis 2025 in der Kategorie „Musikvermittlung und Teilhabe“ gewonnen hat.
Mareike Müller
Workshop: Stop and Listen - Selbstpositionierung und kritische Perspektive in der Musikvermittlung
13:15- 14:45 Uhr
In diesem Workshop nehmen wir uns Zeit, die eigene Positionierung und Arbeitsweise als Musikvermittler*in zu reflektieren und zu untersuchen, ausgehend von Ansätzen der kritischen Musikvermittlung. Wie und was wird vermittelt, und bei wem? Welchen Bezug haben Musikvermittler*innen zu den Institutionen sowie deren Musik und Traditionen? Und was sollte bei der Konzipierung und Entwicklung eines Musikvermittlungsangebotes beachtet werden?
Rosanna Lovell ist Musikvermittlerin, Musikerin, Performerin, Radiomacherin und Klangkünstlerin. Ihre Arbeit konzentriert sich auf feministische und postkoloniale Perspektiven in der klassischen und neuen Musik, die sie durch Performance, Intervention, Klang und Recherche erforscht, sowie auf kritische und selbstreflexive Praktiken in den Künsten und Vermittlung. Sie macht Sendungen bei Colaboradio/Freie Radios Berlin-Brandenburg, wo sie sich mit Themen wie Musik, Gender und Zugänglichkeit in und durch Radio beschäftigt. Sie ist ebenfalls aktiv in den Gruppen Gender Relations in New Music (GRiNM) sowie gather (ehem. Fem*_Music*_), die sich beide mit Fragen über Gender und Diversität in Musik auseinandersetzen. Als Autorin hat sie Texte u.a. in Bänden der Oxford University Press, Routledge und J.B. Metzler Verlag veröffentlicht. Sie studierte klassische Musik und Sprachen an der University of Adelaide (Australien). 2018 absolvierte sie den postgradualen Masterstudiengang am Institut für Kunst im Kontext an der Universität der Künste Berlin. Ein Studium der Elementaren Musik- und Bewegungspädagogik am Orff-Institut der Universität Mozarteum Salzburg schloss sie 2022 ab. Ab Oktober 2025 wird sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Stiftung Universität Hildeshiem mit dem Schwerpunkt außerschulische Musikvermittlung tätig.
Haltung in der Musikvermittlung - Lernen von freien Ensembles
15- 16:30 Uhr
In Zeiten zunehmender politischer Spannungen, Polarisierung innerhalb der Gesellschaft und eines erstarkenden Rechtspopulismus heißt es immer wieder “Wir müssen Haltung zeigen!” Aber was heißt es überhaupt, sich gesellschaftlich, demokratisch und wenn nicht sogar politisch zu positionieren und dann auch noch in der eigenen Arbeit?
Mit einem Blick auf den Begriff “Haltung” und Einblicke in die Praxis freier Ensembles möchte ich Perspektiven und Strategien vorstellen, wie die eigene Arbeit gesellschaftlich relevant gestaltet werden kann. Denn Haltung ist nicht nur ein großes Wort, sondern steckt auch in konkreten Entscheidungen, Arbeitsweisen, der Gestaltung von Formaten und Begegnungen mit dem Publikum.
Im Rahmen meiner Masterarbeit ist ein Leitfaden mit Reflexionsfragen entstanden, die es ermöglichen, eigene Projekte zu hinterfragen, neue Perspektiven zu gewinnen und im besten Fall Haltung zu leben. Gemeinsam möchte ich diese Fragen auf den Prüfstand stellen. Dazu lade ich euch ein: Bringt eigene Beispiele aus der Praxis mit, über die wir dann gemeinsam sprechen. Von Projekten, Ideen, Arbeitsweisen, möglichen Konflikten, Kommunikationswegen oder Erfahrungen mit dem Publikum - auf all diesen Ebenen können wir fragen: Wo wird Haltung sichtbar? Dabei geht es nicht um richtig oder falsch, sondern um ins Gespräch zu kommen, zu reflektieren und neue Impulse zu entdecken.
Inka Knäpper (*1996) ist Musikvermittlerin und Projektmanagerin. Ihr Bachelor in Kulturarbeit (FH Potsdam), Tätigkeiten in der Konzertproduktion, sowie als Förderreferentin in Berlin haben sie schließlich in den Bereich der Musikvermittlung geführt. In diesem ist sie seit 2022 tätig. Beim Orchester im Treppenhaus war sie mitverantwortlich für den Aufbau des Bereich „Step Up“ und realisierte mit diesem u. A. Projekte mit dem Beethovenfest Bonn. Im Frühjahr hat sie einen Workshop für das Projekt „Nie wieder!“ Der NDR Radiophilharmonie geleitet. In ihrem Master Musikvermittlung/Musikmanagement an der HfM Detmold entwickelte sie ihr eigenes Konzertkonzept „Alles im grünen Bereich“ und brachte dies auf die Bühne.
Als Musikvermittlerin sucht Inka Knäpper in der Musik nach Schnittstellen zum Alltag, vielmehr noch zu gesellschaftlich relevanten Themen. Zur Zeit ergründet sie in ihrer Masterarbeit die Frage, wie durch eigene Haltung politische und gesellschaftliche Relevanz in und mit der eigenen Arbeit entwickelt werden kann.
Samuel Middendorf
Teilnahmebeitrag
Für den Fachtag fällt eine Verpflegungspauschale von 20€/ 13€ ermäßigt an. Dafür bekommt ihr den ganzen Tag über Heißgetränke, Wasser und vegtarisch/veganes Catering.
Grundsätzlich gilt: Ob Ihr den ermäßigten oder vollen Teilnahmepreis in Anspruch nehmen wollt, bleibt Euch ohne Angabe von Gründen überlassen und liegt in eurem eigenen Ermessen. Sollten die angesetzten Teilnahmegebühren mal nicht zu stemmen sein, meldet Euch bei uns und wir finden eine Lösung. Unsere Veranstaltungen sollen für alle offen sein.
Barrieren:
Die Rampe ist durch Stufen oder eine Zugangsrampe am Hintereingang zu erreichen. Es gibt kein baulich behindertengerecht gestaltetes WC.
Die Konferenzsprache ist Deutsch, wir helfen Euch bei Bedarf aber gern, eine geeignete Übersetzung zu finden.
Die Workshops finden gemeinsam mit allen Teilnehmenden in einem großen Raum statt. Es gibt ein durch eine Tür getrenntes Foyer, in den sich währenddessen zurückgezogen werden kann.
Wir bemühen uns darum, bei unseren Veranstaltungen gute Lösungen für alle zu finden. Meldet Euch bei Fragen oder Bedarfen gerne bei Janica Dittmann oder sprecht uns am Tag der Veranstaltung direkt an. Alle Mitarbeitenden sind durch ein blaues Lanyard zu erkennen.
Fragen & Antworten
| T | 0511 - 642 792 05 |
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Vergangene Fachtage Musikvermittlung
Hier findet ihr Rückblicke auf die vergangenen Fachtage sowie weiterführende Dokumentationen und Materialien zum Download
2024
Runde Tische "Familienkonzerte" und "Singermutigung" im Rahmen der chor.com
Fachtag "Von 0-99? Generationenübergreifende Musikvermittlung"
Linus Nawrath
2023
O-Töne. Musikprojekte gemeinsam mit Jugendlichen gestalten
2022
Runde Tische "Singermutigungsformate" und "Kinder- und Familienkonzerte
Ideenschmiede
2021
Musik inklusiv vermitteln
Musikvermittlung im ländlichen Raum
Konzeptentwicklung
2020
Vielheiten in der Musikvermittlung
2019
Musik, Glück & Lebenskunst
Künstlerische Musikvermittlung
Musikvermittlung für Erwachsene
2018
Musikvermittlung für Erwachsene
Jazz & Kinder
Fachtage vor 2018
- Musikvermittlung in der Kirchenmusik
- Konzept trifft Wirklichkeit - Qualität von Musikvermittlung
- Raus aus dem Elfenbeinturm - Konzeopte für Musikvermittlung mit Relevanz
- Große Oper für kleine Menschen - Musiktheatervermittlung
- Partizipative Musikvermittlung
- Moderationstechniken "Wie sag ich's meinem Publikum"
- Interkulturelle Musikvermittlung
- Kooperationen: Schulisch und Außerschulisch
- Inklusive Musikvermittlung
- Ansätze für Musikvermittlung für Oper, Oratorium & andere Gesangswerke mit großer Besetzung
- Niedersachsen sing(t). Neue Formen des Singens
Fragen & Antworten
Helge Krückeberg
| T | 0511 642 792 02 |
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Die Landesmusikakademie und Musikland Niedersachsen gGmbH ist eine Gesellschaft des Landesmusikrats Niedersachsen e.V. in Kooperation mit dem Land Niedersachsen, der Stiftung Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.