aware.nds
Ein Projekt zur Stärkung einer diskriminierungssensiblen Musikkultur von Musikland Niedersachsen und Klubnetz e.V.
Über das Projekt
Das Projekt beinhaltet:
- modulares Fortbildungsprogramm (neue Termine ab Herbst 2026)
- Bildungsurlaub (neuer Durchgang im März 2027)
- ThinkTank - Netzwerktreffen zur Entwicklung von Ideen und Perspektiven
- kollegiale Fallberatungen zum Austausch über Arbeitssituationen und Herausforderungen
Johannes Krüger für snntg e.V.
aware.nds bietet Menschen aus der Awarenessarbeit sowie allen Interessierten verschiedene kostenfreie Veranstaltungen an.
Kollegiale Fallberatung
Die Fallberatung bietet einen geschützten Rahmen, um herausfordernde Situationen aus der Awareness-Praxis gemeinsam zu betrachten und einzuordnen. Sie richtet sich an Teams, Kollektive und Veranstaltende, die konkreten Fällen beschäftigen und dabei Orientierung, Entlastung oder neue Blickwinkel suchen.
Das Angebot ist offen für Menschen aus allen Bereichen der Awareness-Arbeit – unabhängig von Branche oder Kontext.
Auch wenn Awareness-Strukturen sorgfältig aufgebaut sind, können Situationen entstehen, die über Routinen hinausgehen, Unsicherheit auslösen oder offene Fragen hinterlassen. In der Fallberatung wird bewusst Zeit genommen, um solche Fälle aus der Praxis herauszulösen, zu strukturieren und gemeinsam zu bearbeiten. Der Fokus liegt dabei nicht auf schnellen Lösungen, sondern auf einem vertieften Verständnis der Situation, der beteiligten Dynamiken und der eigenen Rolle.
Die Beratung folgt einem klaren Ablauf, der es ermöglicht, unterschiedliche Perspektiven zusammenzutragen und daraus tragfähige Handlungsoptionen zu entwickeln. Dabei entstehen Impulse, die nicht als Anweisungen oder Bewertungen verstanden werden sollen, sondern als Unterstützung, um die eigene Einschätzung zu schärfen und Handlungsspielräume sichtbar zu machen.
Ein wichtiger Bestandteil der Fallberatung ist zudem das Vermitteln von Methoden zur gemeinsamen Reflexion, die auch nach der Beratung in der eigenen Arbeit angewendet werden können. Insbesondere im Umgang mit belastenden oder komplexen Situationen.
Referent*in: Jori (they/them), 26 Jahre alt, lebt in Hamburg und kommt selbst ursprünglich aus dem Veranstaltungskontext als veranstaltende und organisierende Person. Heute begleitet Jori Veranstaltende aus unterschiedlichsten Bereichen (bspw. Tattooconventions, Demonstrationen, Festivals) beim Aufbau und der Umsetzung von Awareness-Strukturen.
Jori ist neurodivergent und queer und legt in der eigenen Arbeit großen Wert auf machtkritisches, queerfeministisches Handeln sowie auf ein bewusstes Umgehen mit Privilegien. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Aufarbeitung von Vorfällen und der Begleitung von Strukturen dabei, misogyne, patriarchale und diskriminierende Muster sichtbar zu machen, zu hinterfragen und nachhaltig zu verändern.
Hinweise zu Grenzen des Formats
Bestimmte Fälle können den zeitlichen und inhaltlichen Rahmen einer einzelnen Fallberatung überschreiten. Dazu zählen insbesondere Situationen mit anhaltender Gefährdung, komplexen Macht- oder Abhängigkeitsverhältnissen oder fortlaufenden Grenzverletzungen, etwa bei Stalking, schwerer sexualisierter Gewalt oder eskalierenden Konflikten. In solchen Fällen kann die Fallberatung eine erste Orientierung bieten, ersetzt jedoch keine längerfristige Begleitung, Krisenintervention oder spezialisierte Fachberatung. Bei Bedarf kann gemeinsam ausgelotet werden, welche weiteren Schritte oder Unterstützungsangebote sinnvoll sind.
Die Termine sind auf 90 Minuten angelegt. In diesem Zeitraum ist es in der Regel nicht möglich, eine größere Anzahl von Fällen ausführlich zu bearbeiten. Wenn mehrere Personen Anliegen mitbringen, wird zu Beginn gemeinsam priorisiert. Je nach Komplexität können ein bis zwei Fälle vertieft besprochen werden.
Termine für die kostenfreie kollegiale Fallberatung:
3. September 19:00 bis 20:30 Uhr (online) | Kollegiale Fallberatung
Austausch zu Herausforderungen und Problemstellungen und zur Weiterentwicklung von Konzepten | Hier anmelden! |
Vergangene Angebote
ThinkTank - Netzwerktreffen
Der ThinkTank vernetzt Awareness-Netzwerke und engagierte Awarenesspersonen verschiedener Kontexte aus Niedersachsen. Er dient als Austauschplattform und fungiert gleichzeitig als fluider Beirat, um verschiedene Perspektiven und Expertisen in die Weiterentwicklung von Konzepten und Awarenessstrukturen einfließen zu lassen. Er ist offen für alle Interessierten.
Termine für das Netzwerktreffen:
6. März 2026 | ThinkTank Netzwerktreffen zum Austausch und zur Weiterentwicklung von Ideen und Konzepten: Thema: Team-interne Awarenessarbeit (z.B. Code of Conducts) | Veranstaltung liegt in der Vergangenheit |
| 23. April 2026
Osnabrück | ThinkTank Netzwerktreffen zum Austausch und zur Weiterentwicklung von Ideen und Konzepten: Thema: Wie können wir uns nachhaltig vernetzen? | Veranstaltung liegt in der Vergangenheit |
Fortbildungen
Um Menschen, die in der Awarenessarbeit tätig sind weiterzubilden oder Personen, die in der Awarenessarbeit tätig werden wollen auszubilden, bieten wir auch 2026 und 2027 in verschiedenen Städten Niedersachsens (modulare)
Fortbildungsangebote an. Mit der Fortbildungsreihe waren wir bereits in Hannover, Osnabrück, Lüneburg und Braunschweig.
Die Fortbildungen sind modular konzipiert. Die Module bauen aufeinander auf und sollen zur Qualifizierung dienen.
Ein Einstieg ist in jedem Modul und auch für einzelne Module möglich.
Wir bieten die Fortbildungen kostenlos an, es fällt jedoch bei Anmeldung eine Verpflegungspauschale von 15 € pro Termin an.
Dafür
seid ihr während des Workshops komplett mit (nicht-alkoholischen)
Getränke, Kaffee, Snacks und einem warmen veganen Mittagessen voll
umsorgt.
Sollten das Eure aktuellen finanziellen Möglichkeiten nicht
ermöglichen, meldet Euch gerne per Mail bei uns und wir finden eine
Lösung.
Ihr erhaltet am Ende der Reihe eine Teilnahmebestätigung, die Ihr als Nachweis über die Qualifizierung nutzen könnt.
Neue Termine erfolgen zeitnah!
Bildungsurlaub: Awarenessarbeit bei Kulturveranstaltungen (März 2026)
Ein Kooperationsprojekt mit der VHS Hannover und act aware e.V.
Ort und Zeit: 2. bis 6. März 2026 in der VHS Hannover (Infos zur Barrierefreiheit)
Bildungsurlaub: Ein Bildungsurlaub gibt Arbeitnehmer*innen gesetzlich geregelt die Möglichkeit, ein paar Tage von der Arbeit freigestellt zu werden, um an anerkannten Weiterbildungs- oder Qualifizierungsmaßnahmen (wie etwa dieser Fortbildungsreihe) teilzunehmen.
Inhalt: Der fünftägige Kurs vermittelt Grundlagen und vertiefende Inhalte zur Awarenessarbeit. Er richtet sich insbesondere an Menschen, die ehrenamtlich oder beruflich in die Organisation öffentlicher Veranstaltungen auf Festivals, Stadtfesten, Open Airs, Konzertreihen oder in Clubs eingebunden sind.
In dieser Broschüre vom Projekt "support(fx)" der Initiative Awareness befinden sich Informationen über alle relevanten Punkte in Bezug auf den Umgang mit Diskriminierung und (sexualisierter) Gewalt bei Veranstaltungen. Sie bietet einen detaillierten Überblick zum Thema "Awareness".
Ein Überblick der Initiative Awareness über die 10 Must-Haves zur Einführung von Awareness-Strukturen und funktionierenden Awareness-Teams
Dieser Leitfaden, welcher von den Awareness-Teams der Festivals "snntg" und "appletree garden" entstanden ist, enthält alle nötigen Informationen zur Erstellung von Awareness-Konzepten für Festivals
Die Mindeststandards für die Awareness-Arbeit wurden in einem Prozess von verschiedenen Akteur*innen aus dem Awareness-Bereich erarbeitet und können eine gemeinsame Grundlage für verlässliche Awareness-Arbeit bieten.
Eine Liste von Fachbegriffen rund um das Thema Awareness von Clubverstärker Bremen.
- und eine Begriffsliste erstellt von der Awareness Akademie.
Fragen & Antworten
aware.nds ist ein Kooperationspojekt von Musikland Niedersachsen und Klubnetz e.V.
Das Projekt wird gefördert von der Initiative Musik gGmbH aus Mitteln der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien sowie vom Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover aus dem Bereich #jungekulturhannover sowie durch das Gleichstellungsbüro der Stadt Osnabrück.
Die Landesmusikakademie und Musikland Niedersachsen gGmbH ist eine Gesellschaft des Landesmusikrats Niedersachsen e.V. in Kooperation mit dem Land Niedersachsen, der Stiftung Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.