Jahreskonferenz 2026

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Die Jahreskonferenz findet am den Dienstag, 17. November 2026 in der Landesmusikakademie Niedersachsen in Wolfenbüttel statt.

Nach der Kommunalwahl ist vor der Landtagswahl in Niedersachsen. Zeit für politisches Engagement. Zeit für KONTRA.

Programm

9:30Ankommen & Frühstück
10:30Begrüßung
10:45Musik: Duo Haqolot mit Anna Langner & Cornelius Rauch
11:00Keynote mit Prof. Dr. Mario Dunkel

Musik und die radikale und extreme Rechte: Wie rechte Projekte Musik nutzen – und wie Musik rechte Ideen verbreitet

11:30Case Studies – Erfahrungsberichte aus der Konfrontation mit rechter Gewalt in NDSSchutzinstrumente im Vereinsleben: Widerstandsfähige Satzungen und Wissen um Spielräume der Neutralität mit Nina ReipThe art of togetherness - Gemeinsame Narrative für die Freie Musikszene zur Landtagswahl 2027
13:00Gemeinsame Mittagspause
14:00Demokratietraining: Aktivismus mit Gisela Vaske-HoppeDemokratietraining: Meinung mit Jasmin GeißlerDemokratietraining: Mut mit Martin Kärner
14:30Raumwechsel
14:45Demokratietraining: Aktivismus mit Gisela Vaske-HoppeDemokratietraining: Meinung mit Jasmin GeißlerDemokratietraining: Mut mit Martin Kärner
15:15Kaffee & Kuchen
15:45Panel: Netzwerke und Resilienz – helfen uns Netzwerke gegen rechte Bedrohung?Zwischen Wut und Mut: Musikprojekte für DemokratieRechte Symbolik in aktuellen Musikkulturen
17:00

Gemeinsamer Abschluss

Inhalte & Referent*innen für die Jahreskonferenz 2026:

Musik

Duo Haqolot

Orchestersaal
10:45-11:00 Uhr

Haqolot – hebräisch für „die Stimmen” – ist ein Lied-Duo mit Fokus auf verfemter Musik. Musik, komponiert von jüdischen und politisch verfolgten Komponistinnen und Komponisten der NS – Zeit, welche zu ihrer Zeit verboten war und heute größtenteils in Vergessenheit geraten ist. Das Duo, bestehend aus Sängerin Anna Langner und Pianist und Arrangeur Cornelius Rauch, kombiniert klassische Lieder, Jazz und Chansons mit Texten und Literatur aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Für ihre Arbeit und Interprationen wurde das Duo beim Festival für Verfemte Musik in Schwerin mit dem Dick-Kattenburg-Soderpreis ausgezeichnet.

Anna Langner (künstlerische Co-Leitung, Recherche, Gesang)

Die gebürtige Spreewälderin studierte sowohl Popularmusik als auch klassischen Gesang an der HMT Rostock und dem Trinity Laban Conservatoire in London und schloss 2021 ihr Masterstudium im Fach Musiktheater an der Fontys Hogeschool voor de Kunsten in Tilburg mit Auszeichnung ab. Neben ihrer Arbeit auf der Bühne ist sie außerdem tätig als Vocal Coach und Synchronsprecherin.

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Duo Haqolot

Foto:

Nicolai Peer

Cornelius Rauch (Künstlerische Co-Leitung, Arrangement, Klavier)

Cornelius Rauch ist Pianist, Komponist und Klavierpädagoge und bewegt sich zwischen Klassik, Jazz und Weltmusik. Mit dem asambura-Ensemble nahm er das Album „Fremd bin ich eingezogen" auf, das BR-Klassik zum Album des Monats kürte. Sein Lied-Duo haqolot wurde beim Internationalen Wettbewerb Verfemte Musik ausgezeichnet. Mit seinem Jazz-Quintett Destinesia hat er zwei Alben veröffentlicht und mit der polnischen Sängerin Anna Gadt Stanisław Lems Roman „Der Unbesiegbare" vertont. Er spielte unter anderem in der Staatsoper Hannover, mit der NDR Radiophilharmonie und bei Festivals wie den Internationalen Messiaen-Tagen und dem TraveJazz Festival. Daneben lehrt er an der Universität Hildesheim und am Music College Hannover.

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Duo Haqolot

Foto:

Nicolai Peer

Keynote

Musik und die radikale und extreme Rechte

Orchestersaal
11:00-11:30 Uhr

Wie rechte Projekte Musik nutzen – und wie Musik rechte Ideen verbreitet

Die Aneignung von Gigi d’Agostinos Hit „l’amour toujours“ als rechtsextreme Hymne hat im Frühjahr 2024 viel mediale Aufmerksamkeit erhalten. Im Laufe desselben Jahres wurden hunderte weitere Fälle in ganz Deutschland bekannt, bei denen zu dem Eurodance-Klassiker rechtsextreme Parolen gesungen wurden, so dass der NDR im Juli 2024 von einem rechtsextremen „Sommerhit“ sprach.

Der Beitrag liefert zunächst Hintergründe zur Verbindung zwischen Musik und aktuellem Rechtsextremismus. Um einen Eindruck von der Bandbreite der Verbindung zwischen Rechtsextremismus und Musik zu geben, werden daraufhin weitere Beispiele für den Einsatz von Musik durch rechtsradikale und rechtsextreme Akteure in unterschiedlichen Kontexten besprochen. Anschließend wird darauf eingegangen, welche musikalischen Strategien rechtsextreme politische Akteure verfolgen und welche Angebote populäre Musik für die Verbreitung rechtsextremer Positionen macht. Der Vortrag zeigt, dass der Zusammenhang zwischen Rechtsextremismus und Musik wesentlich größer ist, als es der Skandal um „l’amour toujours“ suggeriert. Er argumentiert gleichzeitig, dass musikalische Vermittlungsarbeit ein großes Potenzial für den Kampf für Demokratie und gegen Rechtsextremismus bietet.

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Prof. Dr. Mario Dunkel

Mario Dunkel ist Professor für Musikpädagogik mit Schwerpunkt transkulturelle Musikvermittlung am Institut für Musik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (UOL). 2014 promovierte er in Amerikanistik/Kulturwissenschaften an der TU Dortmund. 2017 trat er die Juniorprofessor für Musikpädagogik mit Schwerpunkt transkulturelle Musikvermittlung am Institut für Musik der UOL an. Im März 2023 folgte die Ernennung zum Universitätsprofessor. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Musikpädagogik und transkulturelle Musikvermittlung, Zusammenhänge zwischen Musik und Politik sowie kultur- und musikwissenschaftliche Forschung zu Jazz und populärer Musik. Momentan leitet er ein vergleichendes Forschungsprojekt zu populärer Musik und Politik in Deutschland und Israel.

Workshop

Schutzinstrumente im Vereinsleben: Widerstandsfähige Satzungen und Wissen um Spielräume der Neutralität

Rhythmiksaal
11:30-13:00 Uhr

Was bedeutet parteipolitische Neutralität für gemeinnützige Musikvereine?

Musikvereine sind wertegebundene Orte und nehmen deshalb wichtige gesellschaftliche Aufgaben wahr. Gerade deshalb ist es für Vereine und Verbände entscheidend zu wissen, wie sie ihre parteipolitische Neutralität wahren, ohne ihr Engagement einzuschränken. Eine widerstandsfähige Satzung, oft nicht im Blick der Vereine, ist zudem ein wichtiges Instrument sich rechtssicher aufzustellen. Der Workshop bietet eine verständliche Einführung in die rechtlichen Rahmenbedingungen, zeigt typische Stolpersteine aus der Praxis auf und gibt hilfreiche Hinweise für einen sicheren Umgang mit politischen Themen im Alltag.

Nina Reip studierte u.a. Politische Wissenschaften an der RWTH Aachen. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und Kabinettschefin zweier Bildungsminister in Ostbelgien. Sie führte ab 2018 die Geschäftsstelle des Netzwerks „Sport & Politik“ bei der Deutschen Sportjugend und ist seit 2025 Referentin Demokratieförderung im DOSB. Arbeitsschwerpunkte sind Demokratiebildung, Rechtsextremismusprävention, Werte des Sports und historisch-politische Bildung.

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Nina Reip

Demokratietraining

Demokratie sind wir alle. In den 30-minütigen Trainingseinheiten, die für jeden der zehn „Demokratie-Muskeln“ entwickelt wurden, werden Teilnehmer*innen daran erinnert, dass sie selbst der wichtigste Bestandteil der Demokratie sind. Sie passiert überall am Küchentisch, mit Freund*innen oder bei der Arbeit. Das Trainingsprogramm wurde 2017 in Dänemark von der Organisation We Do Democracy entwickelt, um die Demokratie greifbarer & lebendiger zu machen. Mehr Demokratie e.V. unterstützt diesen Prozess im deutschsprachigen Raum.

Aktivismus

Kammermusiksaal

14:00-14:30 Uhr oder 14:45-15:15 Uhr

Beim Training des Aktivismus-Muskels geht es um die Fähigkeit, aktiv zu sein, sich für etwas stark zu machen und das nötige Feuer dafür, denn ein Abo für die Muckibude macht noch keine Muckis.

45 Berufsjahre und dann? Gisela Vaske-Hoppe kümmert sich beherzt und humorvoll um mehr Miteinander, mehr Demokratie und ein Update dafür. Das tut sie als Moderatorin des Dialogformates „Sprechen & Zuhören", Aufsuchende für Bürgerbeteiligung, Trainerin für Demokratie-Fitness, Jugendcoach für Berufsorientierung und mehr. Eine Brückenbauerin zwischen den Generationen will sie sein. Ihr Lebensmotto dafür heißt „Liebe & Demokratie sind Tuworte“. Sie fallen nicht vom Himmel und sollten miteinander trainiert und eingeübt werden.

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Gisela Vaske-Hoppe

Meinung

Rhythmiksaal

14:00-14:30 Uhr oder 14:45-15:15 Uhr

In diesem Workshop trainieren wir den Muskel „Meinung“. Eine Meinung ist ein individueller Standpunkt und keine Deutungshoheit. Eine Meinung kann sich durch Wissen und Offenheit gegenüber anderen Meinungen ändern. Wir üben sie zu bilden, zu teilen und zu respektieren.

Seit 2025 engagiert sich Jasmin Geißler beim Verein „Mehr Demokratie e.V.“ und moderiert die Formate „Sprechen und Zuhören“ sowie „Demokratiefitness“. Ihr Motto: „Mehr miteinander statt übereinander sprechen“ – das klärt so einiges. Sie ist selbstständige Beraterin und Moderatorin in der Team- und Strategieentwicklung.

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Jasmin Geißler

Mut

Percussionstudio

14:00-14:30 Uhr oder 14:45-15:15 Uhr

Beim Training des Mut-Muskels verlassen Teilnehmende spielerisch ihre Komfortzone, um das Ansprechen unangenehmer Wahrheiten und das Einstehen für eigene Werte in geschütztem Rahmen zu üben.

Martin Kärner ist im Personalwesen eines großen deutschen Unternehmens beschäftigt und dort seit vielen Jahren im Bereich Learning und Development tätig. Als leidenschaftlicher Trainer und Change Manager moderiert er gerne Veranstaltungen mit dem Demokratie Fitness Trainingskonzept.

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Martin Kärner

Panel: Netzwerke und Resilienz – helfen uns Netzwerke gegen rechte Bedrohung?

Kammermusiksaal

15:45-16:45 Uhr

Dr. Anett Krause ist gelernte Germanistin und Politologin, hat in Literaturwissenschaft promoviert und neben Forschung und Hochschullehre unter anderem am Thalia Theater Halle, einem Kinder- und Jugendtheater, gearbeitet. Sie wirkte an der Konzeption des Freiraumbüros Halle mit, baute es als Projektleiterin auf und etablierte es als Anlaufstelle für die freie Kunst- und Kulturszene. 2023 übernahm sie den Aufbau des Netzwerkbüros Musikland Sachsen-Anhalt, das sie seither als Geschäftsführerin leitet.

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Dr. Anett Krause

Foto:

Musikland Sachsen-Anhalt

Mikis Rieb ist Politikwissenschaftler und Mitarbeiter der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Dort ist er Bereichsleiter und verantwortet u.a. das Themenfeld „Demokratie stärken – Gefahren für das demokratische Zusammenleben“.

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Mikis Rieb

Foto:

JONAS KAKO/supertrampmedia.com

Zwischen Wut und Mut: Musikprojekte für Demokratie

Rhythmiksaal

15:45-16:45 Uhr

Morena Piro (*1973) ist Kulturmanagerin, Musikvermittlerin und Netzwerkkommunikatorin in Hannover. Seit über 20 Jahren engagiert sie sich für kulturelle Teilhabe, musikalische Bildung und Vielfalt. Sie koordiniert den Masterstudiengang „musik.welt“ am Center for World Music und die Fête de la Musique Deutschland. 2025 qualifizierte sie sich zur Transformationsmanagerin Nachhaltige Kultur.

Morena Piro

Morena Piro

Foto:

Jonny Knoblauch

Kurzberatung: Awareness am eigenen Standort

Proberaum 1

11:30 Uhr, 12:00 Uhr, 15:45 Uhr, 16:15 Uhr (jeweils 30 Min, bitte anmelden!)

Ihr habt ein Awarenesskonzept entwickelt, vielleicht auch schon ausprobiert, aber stoßt auf wiederkehrende Probleme? Ihr wisst gerade nicht, wie ihr eure Struktur weiterentwickeln könnt? Der Blick von außen kann helfen. In einem 1:1-Gespräch (30 Min.) schaut Maja mit euch auf euer Konzept und eure Baustellen. Ihr besprecht offene Fragen zur konkreten Umsetzung und was in der Praxis bisher gut oder weniger gut funktioniert hat. Gemeinsam entwickelt ihr neue Impulse für die Awarenessarbeit an eurem Standort.

Maja von Glan (sie/ihr) ist Referentin für Awareness & Betroffenenorientierung. Seit vielen Jahren ist sie in der praktischen Awarenessarbeit tätig: vom Konzept bis zur Einsatzleitung. Maja schult und berät als Selbstständige (mitHaltung) Awarenessteams aus Kultur, Musik und Sport. Ihr Ansatz ist solidarisch, sensibel und praxisnah.

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Maja von Glan

Fragen und Antworten

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Für die Teilnahme an der Jahreskonferenz erheben wir eine Gebühr in Höhe von 39€ (erm. 19€). Diese refinanziert Eure Verpflegung sowie warme und kalte alkoholfreie Getränke während der Veranstaltung.

Ob Ihr den ermäßigten oder vollen Teilnahmepreis in Anspruch nehmen wollt, bleibt Euch ohne Angabe von Gründen überlassen und liegt in eurem eigenen Ermessen.

Wie immer gilt: wir möchten, dass alle an unserer Konferenz teilnehmen können. Sollte ein Betrag für Euch schwierig sein, meldet Euch gerne direkt bei uns und wir finden eine Lösung.

Die gesamte Veranstaltung wird von einer geschulten Awareness-Person begleitet.

Wenn ihr im Vorfeld weitere Fragen oder Bedarfe habt, um ein für euch angenehmes und sicheres Konferenzerlebnis sicherzustellen, kontaktiert gerne Thorge unter freidel@musikland-niedersachsen.de oder hinterlasst uns eine Notiz im Kommentarfeld der Anmeldung.

Die Landesmusikakademie und Musikland Niedersachsen gGmbH ist eine Gesellschaft des Landesmusikrats Niedersachsen e.V. in Kooperation mit dem Land Niedersachsen, der Stiftung Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.