k·now·ledge
Beschreibung
In der Hip-Hop-Kultur lassen sich vier Elemente klar definieren: Rap, Breaking, Graffiti und DJing. Das inoffizielle fünfte Element ist Knowledge – Wissen / Erkenntnis. Gemeint ist damit auch, sich selbst und seine Umwelt zu reflektieren und niemals auszulernen. Durch diese Reflexion setzt man sich automatisch mit Ethik und Moral auseinander, die die Basis sind für ein friedliches Zusammenleben in einer Gesellschaft, in der Schule, auf der Arbeit, in einer Gruppe oder in der Familie.
Gerade in der Pubertät hinterfragen Jugendliche verstärkt das Weltbild und die Ethik- und Moralvorstellungen, mit denen sie aufgewachsen sind. Sie suchen ihre eigene Position und eine eigene Identität. Auf dieser Suche laufen sie Gefahr, sich von moralisch fragwürdigen Institutionen, Vereinen, Parteien, und Influencern wie Instagrammern, TikTokern, YouTubern oder auch Rapper*innen und Sänger*innen prägen zu lassen. Diese entfalten gerade in der heutigen Zeit eine starke Wirkung, weil den Jugendlichen von den Algorithmen im Internet oft eine einseitige Sicht präsentiert wird, die schnell die Realität ersetzt.
In dieser Lebensphase spielen auch Gleichaltrige eine wichtige Rolle, da Peergroups sowohl positive Unterstützung als auch negativen Druck ausüben können, was die Identitätsbildung entweder fördert oder behindert.
Darum ist es wichtig, ihnen jetzt die richtigen Werkzeuge und das Wissen an die Hand zu geben, das sie brauchen, um die Ideen ihrer Umwelt nicht unkritisch zu übernehmen, sondern sich bewusst mit ihnen auseinanderzusetzen. Das Projekt k·now·ledge setzt genau dort an. Jugendlichen wird der Raum zum Lernen, für Selbstreflexion und eigenständige Entwicklung gegeben.
Die beiden Themengebiete sind Rap und Beatproduktion. Alle Angebote sind so gestaltet, dass die Jugendlichen innerhalb kurzer Zeit die ersten Erfolgserlebnisse haben.
Beide Themen können als intensive Workshops oder als regelmäßige Kurse umgesetzt werden. Zum Beispiel werden Projektwochen an Schulen, wöchentliche Kurse in kulturellen Einrichtungen und Ferienprojekte in Jugendzentren durchgeführt. Alle Angebote funktionieren sowohl in Präsenz als auch online.
Zielsetzung
Die Rapworkshops und -kurse ermöglichen den Jugendlichen, ihre reale Gefühlswelt zu reflektieren und niederzuschreiben und mit anderen zu teilen. Dabei lernen sie, ihre eigene Meinung zu formulieren, sich zu positionieren, aber auch Kritik zu ertragen. Rap lehrt sie, sich klar auszudrücken und ein Gefühl für Sprache zu entwickeln. Für k·now·ledge ist es wichtig, auf ein Ziel hinzuarbeiten, z.B. eine Songaufnahme, einen Liveauftritt etc. So bilden die Jugendlichen Durchhaltevermögen, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit. Der erlebte Erfolg steigert nicht nur ihr Selbstbewusstsein, sondern kann sie auch anspornen, sich selbstständig in ihrer Kreativität weiterzuentwickeln.
Der Schwerpunkt in den Beatworkshops und -kursen ist der Einstieg ins eigene Musikmachen. Es wird mit professionellen Tools gearbeitet, die trotzdem sehr intuitiv zu bedienen und zu spielen sind. So erleben die Jugendlichen vom ersten Tag an Erfolge, ohne viel Theorie. Im Vordergrund steht, den eigenen Gefühlen Ausdruck zu verleihen und seine eigene Klangvorstellung umzusetzen.
Beteiligte
- Kooperationspartner/Förderer
- Stadt Braunschweig, Fachbereich Kultur und Wissenschaft
- Teilnehmer/-innen
- Jugendliche und Schüler*innen
- Team
- Andreas Bucklisch