2. Potentiale

#Talentscouts

Musikapps bieten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit ihre Talente zu entdecken.

Schon Kinder und Jugendliche kann das Gefühl begleiten, nicht gut genug zu sein. Viele von ihnen messen ihre musikalischen Fähigkeiten an Freund*innen die ein Instrument spielen, oder eine Musikschule besuchen, oder gar an professionellen Instrumentalist*innen.

Über den spielerischen Zugang durch Musikapps können sie unvoreingenommen wertvolle musikalische Erfahrungen machen und eigene Wege und Methoden (er)finden. Nicht selten kommen auf diese Art bemerkenswerte Begabungen sowie ausgeprägte Musikalität zum Vorschein.

Erfahrungen, die auf »analogen« Instrumenten viel Geduld, Zeit und Ausdauer erfordern, oder auf Grund fehlender Möglichkeiten auch häufig gar nicht gemacht werden können.

#Teilhabe

Auch in Bläserklassen, Bigbands, Percussiongruppen, Chören und Orchestern lassen sich Musikapps einsetzen: Für die besondere Note, für einen speziellen eigenen Sound, für ein ausgefeiltes Solo. Mit Musikapps kann das Repertoire auf vielfältige Weise erweitert werden und somit auch der teilnehmende Schülerkreis.

#Inklusion

Eine große Bereicherung bieten Apps für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Das mobile Handling und die Touchbedienung machen es möglich, das »Instrument« so zu platzieren, dass es z.B. mit dem Fuß bespielbar ist (z.B. ThumbJam, PlayGround, NodeBeat).

Patrick Schäfer hat sich auf das Thema Musikapps und Inklusion spezialisiert und leitet seit einigen Jahren erfolgreich die preisgekrönte iBand Saar.

Lu L Inklusion

#Interdisziplinarität

Der fächerübergreifende Einsatz der Musikapps schafft Synergieeffekte, eröffnet Zusammenhänge und ermöglicht eine nahezu unendliche kreative Vielfalt.

Natur

  • Farben in der Natur fotografieren, digital anordnen und mischen. Inspiriert durch die Farb- und Formgebung werden intuitiv musikalische Kompositionen erstellt.
  • Welches Tempo braucht das Bild? Welchen Rhythmus hat es? Welche Harmonien sind stimmig? In einem Video oder in einer Live Präsentation wird beides verbunden. Wie hier in »Fifty Shades of Green«:
  • Mit offenen Ohren durch die Ferien. Klänge mitbringen und neu gestalten wie hier aus Georgien

Kunst

  • Klangfarben & Farbtöne: Ein Kunstprojekt, in dem Bilder vertont und Töne gemalt werden, gewinnt mit Musikapps an musikalischer Vielfalt und klanglichem Volumen.
  • Schüler*innen haben hier die Wahl vom Ambientsound über selbstproduzierte Geräusche bis hin zum Klang eines ganzen Symphonieorchesters. Projektdetails im Blog: http://frauke-hohberger.de/kla...
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Lesen lernen

  • Die eigene Stimme aufnehmen, ein Hörbuch erstellen, einzelne Passagen mit Musik und Geräuschen untermalen.

Sport

  • Übungen im Sport werden nicht über fertige MP3s oder Streamingapps bespielt, sondern über eine Musikapp (z.B. Launchpad, PlayGround), die ein*e Schüler*in live bedienen kann.

Musiktheorie

  • Beim Musizieren mit Apps stellen sich die theoretischen Fragen im kreativen und intuitiven Prozess. So wie wir alle intuitiv laufen und sprechen gelernt haben ohne vorher die Anatomie unseres Bewegungsapparates oder die Grammatikregeln zu begreifen.
  • Theoretische Grundlagen sind im praktischen Lernen verankert. Zeichen, Zahlen, Formen und Symbole müssen entschlüsselt werden. Zum Einstellen von Tonarten, Skalen oder der Temposynchronisation ist mit der Zeit entsprechendes Hintergrundwissen nötig, um Vorgänge bewusst zu wiederholen und beeinflussen zu können.
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Mathematik

  • Insbesondere Apps mit Stepsequenzer (z.B. Auxy, GarageBand) laden ein zu zählen, zu rechnen, zu hören, und zu gestalten. So lässt sich der traditionelle Rechenschieber auf den modernen Stepsequenzer übertragen, indem anstelle der bunten Perlen Töne »gesetzt« werden.

    3 + 5 =?
    4 + 4 =?
    2 + 6 =?
    2 + 2 + 4 =?
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Und weiter:

Wie klingen die Zahlen? Neugierig hören Grundschulteams in ihre Rechenkompositionen.

Die hier entstandenen Melodien nehmen sie mit in die nächste Musikeinheit. Dort werden Rhythmen und Akkorde gebildet.

Weiter geht es in der Biologiestunde. Da wird nach Zahlen in der Natur gesucht: Die 4 Elemente. Die 6 Ecken der Bienenwabe, 8 Beine einer Spinne, Blütenblätter, Kleeblätter etc.

Fotografiert diese »Naturzahlen«. Komponiert eine Musik in der diese Zahlen vorkommen, und verbindet Bild und Ton in einer Videoapp.

So ein Mix bereichert, macht die Fächergrenzen fließend und ermöglicht Schüler*innen vielfältige Zugänge.

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››Musikapps zu Gast im Klassenzimmer‹‹ ist ein Programm der Landesmusikakademie und Musikland Niedersachsen gGmbH und wird gefördert von der Klosterkammer Hannover und dem Aktionsprogramm Hauptsache:Musik Niedersachsen.

Die Landesmusikakademie und Musikland Niedersachsen gGmbH ist eine Gesellschaft des Landesmusikrats Niedersachsen e.V. in Kooperation mit dem Land Niedersachsen, der Stiftung Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.