TRANSFORMATIONEN

Musikland Niedersachsen KlassikMeeting 2021

Am Donnerstag, 25. Februar 2021, fand das 2. KlassikMeeting Niedersachsen Online statt.

Wir danken herzlich für die zahlreiche Teilnahme.

Für Fragen, Dokumentation oder Mitschnitte wenden Sie sich gerne vertrauensvoll an uns.

Programm

10:20Log-In
10:30
Begrüßung:
Friederike Ankele, Leitung Musikland Niedersachsen
10:40
Transformiert Euch! Eine kulturpolitische Ermutigung.
Impulsvortrag von Dr. Henning Mohr (Kulturpolitische Gesellschaft e.V.)
[engl. subtitles available]
11:00Musikalische Lockerungsübung

Malin Kumkar (ensemble reflektor) und Friedrike Kayser & Ibrahim Bajo (SYRIAB)

11:15
Dialog der Strukturen
Ein Netzwerkformat
12:30

Mittagspause

13:30
Drei Impulse zur Nachhaltigkeit
Best Practice und Diskussion mit:
  • Fredrik Österling (helsingborgs symfoniorkester) über Klimaschutz in Helsingborgs Konserthus [auf Englisch ohne Untertitelung]
  • Julia Albrecht (KD Schmid) zu Nachhaltigkeit im Agentur-Betrieb
  • Dina-Marie Weineck & Thorsten Encke (musica assoluta) mit dem Projekt MENSCHLICHKEIT. Das grüne Festival
15:00Kaffeepause
15:30

Drei Impulse zu Kultureller Diversität
Best Practice und Diskussion mit:

  • Dietmar Wiesner (Ensemble Modern) mit dem Projekt Afro-Modernism in Contemporary Music
  • Asambura Ensemble zur kulturellen Vielfalt als Ensemble- und Kompositionskonzept
  • Julia Huebner (Staatsoper Hannover) und Jamila Al-Yousef mit dem Projekt STIMMEN
17:00Kaffeepause
17:30Auftaktveranstaltung:
"Ein Landesverband für die freie Klassik Szene Niedersachsens"

Moderation: Lisa Unterberg

Impuls | 10.40 Uhr

Transformiert Euch!

Eine kulturpolitische Ermutigung

Mit dem eröffnenden Impuls und der "kulturpolitischen Ermutigung" von Dr. Henning Mohr starten wir die Tagung mit einem Anstoß für eigene, mutige Gedanken.

Dr. Henning Mohr leitet seit Januar 2020 das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft. In seiner Tätigkeit setzt er sich intensiv mit den Grundzügen einer innovationsorientierten Kulturpolitik auseinander. Vorher arbeitete er als Kultur- und Innovationsmanager, u.a. für das Deutsche Bergbau-Museum Bochum und die Zukunftsakademie NRW. Zwischen 2012 und 2016 promovierte Henning Mohr am DFG-Graduiertenkolleg „Innovationsgesellschaft heute“ (TU Berlin, Institut für Soziologie) über die Innovationspotentiale künstlerischer Prozesse.

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Henning Mohr baege 1

interaktives Netzwerkformat | 11.15 Uhr

Dialog der Strukturen

Genauso vielgestaltig wie der Begriff Klassik sind die Akteur*innen dieser Szenen und die Strukturen, in denen sie wirken. Dieses Netzwerkformat regt an in kleinen, gemischten Gruppen von Bildschirm zu Bildschirm in den Austausch, das Kennenlernen und einen gemeinsamen Nachdenkraum mit den anderen Teilnehmer*innen zu starten.

Best Practice | 13.30 Uhr

Drei Impulse zur Nachhaltigkeit

Präsentation und anschließende Diskussion

Ganzheitliche Nachhaltigkeit ist nicht erst seit Fridays for Future immer stärker in den Mittelpunkt von verantwortungsvoller Planung und gesellschaftlicher Transformationen gerutscht: Welche Rolle kann ein sensibilisierter Klassikbetrieb für das Thema spielen und welchen Verantwortungen muss er sich stellen?

Fredrik Osterling2019 Foto Mats Backer
Foto:

Mats Bäcker

Fredrik Österling ist Chef des Helsingborgs Konserthus in Südschweden. Das Konzerthaus und dort ansäßige Orchester sorgte Mitte 2019 mit der Ankündigung für Aufsehen, ab der Saison 2020/21 Engagements abzusagen, die nicht mit Zug, Bus oder Schiff erreicht werden können. Über das Ziel und die Herausforderungen das erste klimaneutrale Orchester der Welt zu managen, sowie die daraus entstehenden Chancen für eine regionale Musikkultur berichtet Fredrik Österling beim KlassikMeeting.

Das Gespräch mit Fredrik Österling findet auf Englisch statt. Wir können leider keine Untertitelung oder Übersetzung anbieten.

Thorsten Encke studierte Cello und Dirigieren in Hannover und Los Angeles und spielte als Solist, Kammer- und Orchestermusiker. 1999 entschied er sich für eine Zukunft als freier Musiker. Mit dem Gewinn des Concours de Composition Pablo Casals de Prades 2005 verlagerten sich seine musikalischen Aktivitäten mehr und mehr auf das Komponieren und das Dirigieren. 2011 gründete er das Orchester musica assoluta. Bekannt für seine unkonventionellen Auftritte hat sich das Ensemble innerhalb kürzester Zeit etabliert.

Dina-Marie Weineck trotzt traditionellen Grenzen, um mutige Möglichkeiten in der Kunst sowohl in Nordamerika als auch in Europa aufzudecken. Im Dienste der finanziellen, innovativen und autonomen Kunst der Musikschaffenden agiert sie als Coach für Klassische Musiker*innen, die sich durch Community-orientierte, eigenständige Projekte und Unternehmen langfristig selbstständig machen. Für die klimafreundlichen Tage, welche musica assoluta in ihrem neuen Projekt planen, stellt Sie die Festivalintendanz.

Mit "Menschlichkeit. Das grüne Festival" plant das Ensemble ein klimafreundliches Festival, das darauf aufmerksam macht, dass es Möglichkeiten gibt, den CO₂-Ausstoß zu reduzieren und Themen wie Transport, Bühnentechnik, Bewerbung und Verpflegung ganz anders zu hinterfragen. Aber auch inhaltlich schlägt das Programm einen neuen Weg lebendiger gesellschaftlich-künstlerischer Auseinandersetzung vor.

JH Websitevita

Julia Albrecht, Kind einer Musikerfamilie, studierte Jura und begann 1994 in der KD SCHMID als Managerin von Solisten und Dirigenten. Sie gründete 2005 ihre eigene Agentur und fokussierte sich auf Projektleitung, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit hannoverscher Kulturinstitutionen. Seit 2013 leitet sie bei KD Schmid die Vermittlungsabteilung.

Sie berichtet in ihrem Beitrag "Zur Bedeutung von Nachhaltigkeit im Alltag einer Konzertagentur" aus dem täglichen Berufsleben einer Künstlermanagerin und Leiterin der Vermittlungsabteilung eines international agierenden Unternehmens mit Filialen in Hannover, Berlin und London. Ein besonderer Fokus liegt darauf wie internationale Künstlervermittlung und Tourneeorganisation wirtschaftlich rentabel und gleichzeitig ökologisch vertretbar sind und auf welchen Ebenen in der klassischen Musikbranche Diversität und Frauenförderung Berücksichtigung finden.

Best Practice | 15.30 Uhr

Drei Impulse zur kulturellen Diversität

Präsentation und anschließende Diskussion

Drei unterschiedliche Projekte stellen sich vor und stehen in einer anschließenden Diskussion für Fragen zur Verfügung.

Dietmar Wiesner c Andreas Etter 1
Foto:

Andreas Etter

Dietmar Wiesner berichtet über die Entstehungsgeschichte und praktische Durchführung des Projekts „Afro Modernism in Contemporary Music“ des Ensemble Modern. Eine besondere Berücksichtigung findet dabei der musikalische Mentor dieses Projekts, George Lewis, internationale Größe des Avantgarde Jazz, Komponist und Professor an der Columbia University New York. Sämtliche Prozesse zur Entstehung dieses Projekts, von ersten Gesprächen, der Auswahl der Künstler:innen, bis hin zu der Idee eines Afro Modernism Festivals in Frankfurt, waren eng mit ihm abgestimmt.

Dietmar Wiesner
lebt in Frankfurt am Main. Er ist Mitbegünder und Flötist des Ensemble Modern. Er trat als Solist auf internationalen Festivals auf und realisierte als Komponist Werke im Kontext der Neuen Musik wie Klangkunst, Performances und Hörspiele. Er ist Dozent an der Internationalen Ensemble Modern Akademie IEMA und Leiter einer internationalen Masterclasses für Improvisation und Komposition.

„Asambura“ - ein Anagramm der tansanischen „Usambara“berge mit ihrem Blick in die unendliche Weite – steht dafür, über den eigenen Horizont zu blicken.
Das Asambura-Ensemble (2013 vom künstlerischen Leiter Maximilian Guth in Hannover gegründet) besteht aus Musiker*innen unterschiedlicher Herkunft und kultureller Zugehörigkeit. Asambura interpretiert und kontextualisiert klassische Musik mit interkulturellen und interreligiösen Perspektiven neu. Dabei ist das Ensemble immer auf der Suche, vertraute Klänge innovativ hörbar zu machen und vermeintlich undenkbare Brücken zu schlagen. In bewusster Reibung mit der kulturell diversen sozialen, gesellschaftlichen und politischen Gegenwart wird eine heutige und relevante Musiksprache entwickelt. Gleichzeitig ist Asambura auch ein Kollektiv, das den Gedanken von konstruktiven Dialogen verschiedener Kulturen und Religionen vermittelnd und kooperativ weiterträgt. Mitglieder des Ensembles präsentieren beim KlassikMeeting ihre Ideen.

Asambura Collage 5

Das Projekt STIMMEN der Staatsoper Hannover folgt dem Gedanken, dass überall auf der Welt gesungen wird. Das Projekt widmete sich den verschiedensten Ausdrucksformen der Stimme – dazu gehören Musikgenres, die aus anderen Kulturen stammen, ebenso wie szenische Performance-Formate, Workshops und Vorträge. Allen gemein ist eine Begeisterung für den ureigenen Ausdruck des Gesangs, der aus der Mitte unserer Körper und unseres Lebens entsteht. Er wird zum Verbindungspunkt der kulturellen Vielstimmigkeit: Singen als Erzählung, als Gefühlsausdruck, als Kontaktaufnahme.

Julia Huebner ist Dramaturgin an der Staatsoper Hannover. Dort verantwortet sie neben Stücken im Opernhaus auch das Programm der Oper im Ballhof und kuratiert mit ihrem Kollegen Martin Mutschler das mehrteilige Format Voice Stories, das in der Reihe STIMMEN in Kooperation mit dem Musikland Niedersachsen und dem Center for World Musik der Stiftung Universität Hildesheim präsentiert wird.

Jamila Al-Yousef ist Sängerin, Kulturwissenschaftlerin und Festivalkuratorin aus Berlin. Inspiriert von ihrem palästinensischen Vater, der nach Deutschland floh, begann sie früh transkulturelle Projekte mit Schwerpunkt Nahost, Nordafrika, Feminismus und postmigrantischen Themen zu initiieren. So gründete sie u.a. das jährlich stattfindende „Arab* Undeground“ Programm auf dem Fusion Festival, baute das „Welcome Board“ zur Unterstützung geflohener Musikschaffender für das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) auf, und leitete den Talent Campus des Pop-Kultur Festivals im Berghain 2015. Seit 2019 arbeitet Jamila außerdem als Dozentin, Trainerin und Beraterin im Feld der Rassismus-kritischen Kulturarbeit. Das Projekt STIMMEN begleitete sie als Sängerin.

Auftaktveranstaltung | 17.30 Uhr

Ein Landesverband für die freie Klassik Szene Niedersachsens

Der “Landesverband der Freien Klassik-Szene Niedersachsen” soll künftig die Belange der Szene auch über die akute Krise hinaus vertreten, gemeinsame Wünsche und Forderungen gegenüber der Politik formulieren, für klassische Musik und das Image des klassischen Musiker*innen-Berufs werben.

Durch einen Verband können Synergien genutzt werden, es kann Transparenz und Zusammenarbeit in der Szene entstehen, politisch - strukturelle Forderungen an Entscheider formuliert und zu erfolgreicher Umsetzung gebracht werden.
In dieser Veranstaltung wird über die Ziele des Verbands
informiert und ein Austausch initiiert zu Wünschen, Vorstellungen und eigenen Ideen, wie die Arbeit des Verbandes Gestalt annehmen und wirken kann.

Die konstituierende Sitzung und Vorstandswahl findet am 08.03. um 19:00 Uhr statt.

C Nicole Boettler
Foto:

Nicole Boettler

Moderation: Prof. Dr. Lisa Unterberg ist Professorin für Soziale Arbeit an der IUBH Internationalen Hochschule. Sie promovierte im Anschluss an das Studium der Musikpädagogik und Musikwissenschaft im Fach Pädagogik mit dem Schwerpunkt Kultur und ästhetische Bildung. Neben der wissenschaftlichen Arbeit berät und begleitet sie als systemische Coach (SG) seit 2009 Menschen, Institutionen und Projekte an der Schnittstelle von Kultur und Bildung.

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Die Landesmusikakademie und Musikland Niedersachsen gGmbH ist eine Gesellschaft des Landesmusikrats Niedersachsen e.V. in Kooperation mit dem Land Niedersachsen, der Stiftung Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.