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Was ist erlaubt?*

Ab dem 2. November gelten laut Verfügung des Landes Niedersachsen folgende kultur-relevante Richtlinien. Die Verordnung tritt am 30. November 2020 außer Kraft.

Jede Person darf sich in der Öffentlichkeit außerhalb der eigenen Wohnung nur mit Angehörigen und Personen, die dem eigenen oder einem weiteren Hausstand angehören, insgesamt aber mit nicht mehr als zehn Personen aufhalten. Kinder unter 12 Jahren sind nicht einzurechnen.

(§2)

Clubs, Diskotheken, Theate, Opernhäuser, Konzerthäuser, Kulturzentren und Museen bleiben für den Publikumsverkehr und Besuche geschlossen.

(§10)



Zusammenkünfte öffentlich-rechtliche Körperschaften (z.B. Vereinen, Initiativen und andere ehrenamtliche Zusammenschlüsse) können durch Rechtsvorschriften vorgeschriebene Sitzungen und Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen durchführen, wenn das Abstandsgebot eingehalten wird.

(§9)

Veranstaltungen sind generell unzulässig, wenn sie der Unterhaltung dienen. Andere als Unterhaltungsveranstaltungen (z.B. Veranstaltungen im beruflichen Kontext, Vereinsvorstandssitzungen) sind nur noch mit bis zu 50 Besucherinnen und Besuchern zulässig, wenn sichergestellt ist, dass diese jederzeit das Abstandsgebot von mindestens 1,5 m einhalten und alle ihre Sitzplätze einnehmen. Solange die Teilnehmenden nicht sitzen, müssen sie eine Alltagsmaske tragen.

(§7)

Kitas und Schulen bleiben weiterhin geöffnet.

Auch die sonstigen Bildungsstätten insbesondere der Erwachsenenbildung oder der beruflichen Fort-, Aus- und Weiterbildung, darunter auch Musikschulen, bleiben geöffnet, ebenso die Hochschulen. Es gelten Regelungen zur Erhebung personenbezogener Daten und der Dokumentation aller teilnehmenden Personen.

(§5)

Der Betrieb einer öffentlich zugänglichen Einrichtung mit Kunden- oder Besuchsverkehr jeglicher Art sowie die Durchführung einer Veranstaltung oder Versammlung setzen ein Hygienekonzept nach Vorgaben der aktuellen Verordnung voraus.

(§4)

*für eine rechtsverbindliche Auskunft ist die Niedersächsische Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus heranzuziehen. Dies ist ein unverbindliches Informationsangebot.

FAQ zum Thema Corona für freischaffende Musiker*innen und Kultureinrichtungen

  1. Der Bund hat für November 2020 neue Unterstützungsleistungen angekündigt. Wie sehen diese aus?
  2. Welche Fördermöglichkeiten beinhaltet das Programm für Solo-Selbstständige und Kultureinrichtungen "Niedersachsen dreht auf"?
  3. Welche Fördermöglichkeiten beinhaltet das Konjunkturprogramm NEUSTART KULTUR des Bundes im Bereich Musik?
  4. Welche Möglichkeiten gibt es digitale Projekte und Digitalisierungsvorhaben fördern zu lassen?
  5. Ich möchte eine Orchester-/Ensemble-/Chorprobe veranstalten und muss ein Hygienekonzept erstellen. Wo finde ich Hilfestellung?
  6. Ich bin Konzert-/Festivalveranstalter*in. Was muss ich bei der Veranstaltungsplanung während Covid-19 beachten und was mache ich, wenn meine Veranstaltung behördlich untersagt wird?
  7. Welche Sofortmaßnahmen kann ich ergreifen, wenn ich durch Veranstaltungsabsagen etc. Einkommensausfälle haben?
  8. Wo können Freiberufler*innen finanzielle Unterstützung erhalten?
  9. Wo können Kulturinstitutionen finanzielle Unterstützung erhalten?
  10. Wo können Orchester / Freie Ensembles / Bands finanzielle Unterstützung erhalten?
  11. Wo können Studierende finanzielle Unterstützung erhalten?
  12. Die Veranstaltung, für die ich gebucht wurde, fällt aus. Steht mir eine Ausfallgage zu?
  13. Welche digitalen Tools kann ich nutzen, um Online-Konzerte zu veranstalten?
  14. Wo finde ich Tipps zur Umsetzung und Gestaltung digitaler Formate?
  15. Welchen Unterstützungsinitiativen kann ich mich als Kulturschaffende*r anschließen?
  16. Ich erhalte aktuell öffentliche Fördermittel für ein Projekt, das nun verschoben werden muss / nicht stattfinden kann. Was bedeutet das für die Fördermittel?
  17. Unter welchen Umständen dürfen Orchester und BigBands wieder proben?


Bei weiteren Fragen wenden Sie sich auch gerne an unsere Telefon-Sprechstunde

Der Bund hat für November 2020 neue Unterstützungsleistungen angekündigt. Wie sehen diese aus?

Die Bundesregierung will die bestehenden Hilfsprogramme durch neue Hilfen ergänzen. Das genaue Programm ist noch in der Abstimmung. Bestandteile sollen sein:

  • Außerordentliche Wirtschaftshilfe: Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten und Solo-Selbstständige können eine einmalige Kostenpauschale in Höhe von bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes von November 2019 erhalten. Soloselbständige können entscheiden, ob sie alternativ als Bezugsrahmen den durchschnittlichen Vorjahresumsatz 2019 zugrundelegen.
  • KfW-Schnellkredite: Den KfW-Schnellkredit können künftig auch Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten nutzen, sodass Unternehmen bei ihrer Hausbank zügig einen Kredit in Höhe von bis zu 300.000 Euro erhalten, abhängig vom Umsatz im Jahr 2019.
  • Überbrückungshilfe III: Die Zuschüsse zu betrieblichen Fixkosten sollen ein weiteres Mal verlängert werden.



Welche Fördermöglichkeiten beinhaltet das Programm für Solo-Selbstständige und Kultureinrichtungen "Niedersachsen dreht auf"?

Das Land Niedersachsen unterstützt Solo-Selbstständige und
Kultureinrichtungen, die von der Corona-Pandemie betroffen sind mit
einem Sonderprogramm. Basis hierfür sind Förderkriterien*, die vier
Förderlinien enthalten:

FörderlinieInhalt

Antragsberechtigt sind

Wo muss der Antrag eingereicht werden?
A: Kulturelle Veranstaltungen

Ausgaben, die unmittelbar durch Vertragsabschlüsse mit
Solo-Selbstständigen oder Zusammenschlüssen von Solo-Selbstständigen für
ihre Beteiligung an kulturellen Veranstaltungen entstehen (2.2.1 der Förderkriterien)

Einrichtungen mit einem regelmäßigen Kultur- oder Bildungsangebot mit
Sitz in Niedersachsen. Dies können juristische Personen des privaten
Rechts oder natürliche Personen sein.
Anträge sind beim jeweils zuständigen Träger der regionalen
Kulturförderung (Landschaften, Landschaftsverbände, Stiftung
Braunschweigischer Kulturbesitz, Region Hannover, Regionalverband Harz)
zu stellen, der die Förderung nach den Zuwendungsvoraussetzungen dieser
Förderkriterien in eigener Zuständigkeit durchführt. Die Kontaktdaten
finden Sie in den zum Download bereitgestellten FAQ und unter dem
folgenden Link: www.allvin.de.
Antragsfrist:
28.02.2021

B: Kulturelle Bildung

Ausgaben, die durch Vertragsabschlüsse mit Solo-Selbstständigen oder
Zusammenschlüssen von Solo-Selbstständigen im Bereich der kulturellen
Bildung entstehen. (2.1.2 der Förderkriterien)
Einrichtungen mit einem regelmäßigen Kultur- oder Bildungsangebot mit
Sitz in Niedersachsen. Dies können juristische Personen des privaten
Rechts oder natürliche Personen sein.

Anträge sind beim jeweils zuständigen Träger der regionalen Kulturförderung (Landschaften, Landschaftsverbände, Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, Region Hannover, Regionalverband Harz) zu stellen, der die Förderung nach den Zuwendungsvoraussetzungen dieser Förderkriterien in eigener Zuständigkeit durchführt. Kontaktdaten: www.allvin.de

Für Anträge aus dem Bereich Erwachsenenbildung wenden Sie sich bitte an die Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB): www.aewb-nds.de


Antragsfrist: 28.02.2021

C: Innovative künstlerische Projekte

Innovative Projekte, die die inhaltliche künstlerische
Auseinandersetzung mit aktuellen gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen
zum Gegenstand haben und die sich durch eine hohe künstlerische Qualität
auszeichnen. Es werden ausschließlich Neuproduktionen gefördert. (2.2.1
der Förderkriterien)

Einrichtungen mit einem regelmäßigen Kulturangebot und Zusammenschlüsse
von Kulturakteuren mit Sitz in Niedersachsen. Dies können juristische
Personen des privaten Rechts oder natürliche Personen sein.

Anträge bis max. 7.999 Euro werden beim jeweils zuständigen Träger der regionalen Kulturförderung (Landschaften, Landschaftsverbände, Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, Region Hannover, Regionalverband Harz) gestellt, der die Förderung nach den Zuwendungsvoraussetzungen dieser Förderkriterien in eigener Zuständigkeit durchführt. Kontaktdaten: www.allvin.de.

Informationen zu Antragsstichtagen erhalten Sie auf den Internetseiten der Träger der regionalen Kulturförderung.

Anträge über 8.000 Euro werden beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (Stichwort: Solo-Selbstständige) gestellt. Antragsstichtage beim MWK sind der 31.10.2020 und der 15.12.2020. Zur Fristwahrung gilt das Datum des Poststempels.

D: Solo-Selbstständige im nichtöffentlichen Bereich

Solo-Selbstständige, die wiederholt bei Veranstaltungen im nichtöffentlichen Bereich kulturell aktiv werden. (2.2.2 der Förderkriterien)Einzelne Solo-Selbstständige, wenn sie ihren Sitz in Niedersachsen haben
und darlegen, dass ihre kulturellen Aktivitäten in Niedersachsen
erfolgen.
Anträge sind ausschließlich beim Niedersächsischen Ministerium für
Wissenschaft und Kultur (Stichwort: Solo-Selbstständige – Förderlinie D)
zu stellen. Antragsstichtage beim MWK sind der 31.10.2020 und der 15.12.2020. Zur Fristwahrung gilt das Datum des Poststempels.

*Die Förderkriterien finden Sie auf dieser Seite rechts bei den Downloads auf der Seite des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.

Welche Fördermöglichkeiten beinhaltet das Konjunkturprogramm NEUSTART KULTUR des Bundes im Bereich Musik?

FörderprogrammInhalt

Zuständige Institution

Status
Künstler*innenförderung (Pop, Rock, Jazz)

Projektförderung für Musiker*innen und Musikautor*innen in Kooperation mit musikwirtschaftlichem Partner

Initiative MusikBewerbungsfrist 13.10.2020

Künstler*innen-Stipendiumsprogramm (zeitgenössische Musik)

Förderung von Recherche, Konzeptentwicklung und künstlerischer ArbeitMusikfonds e.V.

erste Bewerbungsrunde abgeschlossen

Programm für Investitionen in Kultureinrichtungen

Förderung pandemiebedingter Investitionen von Musikaufführungsstätten, Musikclubs und Festival

GEMAAntragsfrist 31.10.2020

Förderprogramm für kleinere und mittlere Musikbühnen

Förderung von Musikclubs zur Planung und Durchführung der Wiederaufnahme des LivemusikprogrammsInitiative Musik27. August bis 31. Oktober 2020
Förderprogramm für Veranstalter*innen & FestivalsFörderung von Musikveranstalter*innen und MusikfestivalsInitiative MusikAntragsberatung ab 2. September, Anträge ab 7. September 2020
Stipendienprogramm "Reload"Förderung neuer künstlerischer FormateKulturstiftung des BundesBewerbung ist abgeschlossen
Hilfsprogramm für Musik- und Theaterverlagenoch in Abstimmung

Hilfsprogramm für die Amateurmusik

Bundesverband Chor & Orchesternoch in Abstimmung

Welche Möglichkeiten gibt es, digitale Projekte und Digitalisierungsvorhaben fördern zu lassen?

  • Dive in - Programm für digitale Interaktion der Kulturstiftung des Bundes: Mit „dive in. Programm für digitale Interaktionen“ will die Kulturstiftung des Bundes bundesweit Kulturinstitutionen darin unterstützen und motivieren, mit innovativen digitalen Dialog- und Austauschformaten auf die aktuelle pandemiebedingte Situation zu reagieren.
  • Kultur.Gemeinschaften: Förderprogramm für digitale Content-Produktion in Kultureinrichtungen der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Kulturstiftung der Länder.
  • KULTURLICHTER – Deutscher Preis für kulturelle Bildung: Förderpreis für innovative Projekte und -ideen, die digitale Formate und Instrumente zur Vermittlung von Kunst und Kultur einsetzen. Die Ausschreibung richtet sich an Kultureinrichtungen und -akteure, die ein innovatives Bildungsprojekt umsetzen möchten.

Ich möchte eine Orchester-/Ensemble-/Chorprobe veranstalten und muss ein Hygienekonzept erstellen. Wo finde ich Hilfestellung?

Hygienekonzepte müssen immer der Situation (Raum, Zahl der Teilnehmer*innen, Instrumentierung etc.) angepasst sein. Hier finden Sie einige Muster-Hygienekonzepte, an denen Sie sich bei der Erstellung von individuellen Hygienekonzepten orientieren können:

Ich bin Konzert-/Festivalveranstalter*in. Was muss ich bei der Veranstaltungsplanung während Covid-19 beachten und was mache ich, wenn meine Veranstaltung behördlich untersagt wird?

Wir haben einen ausführlichen Leitfaden zur Veranstaltungsplanung während Covid-19 erstellt, der sowohl für den Fall der behördlichen Absage als auch für nicht abgesagte Veranstaltungen wichtige Hinweise und Tipps gibt. Ihm sind Hinweise zur Umsetzung von Hygiene- und Schutzmaßnahmen, Finanzierungsmöglichkeiten sowie weitere wichtige Aspekte rund um die Veranstaltungsplanung zu entnehmen.

Wer sich konkret für die Erstellung von Schutz- und Hygienekonzepten interessiert, kann auf Anfrage gerne die Aufzeichnungen zu unserem Online-Workshop zum Infektionsschutz für Indoor- und Outdoorveranstaltungen in Niedersachsen vom 9. Juli erhalten.

Festivals und Spielstätten können sich darüber hinaus an folgende Stellen wenden:

  • Die LiveMusikKommission und die dazugehörigen Landesverbände (in Niedersachsen KlubNetz e.V.) vertreten die Clubs und (vorwiegend privatwirtschaftlich finanzierten) Festivals auf Bundes- und Länderebene. Auf der Website der LiveKomm finden sich Handlungsempfehlungen für Betreiber*innen und Veranstalter*innen sowie Informationen zur politischen Aktivität des Verbandes.
  • Festivals, die zu Teilen aus Mitteln der öffentlichen Hand gefördert werden, können sich dem Forum Musik Festivals anschließen und mitwirken. Das Forum Musik Festivals ist ein bundesweiter Festivalzusammenschluss, der sich mit einem umfassenden Forderungskatalog an die Bundesregierung gewandt hat. In einem Positionspapier haben Sie außerdem Vorschläge für die Ausgestaltung eines Zukunftssicherungsfonds Musik Festivals und für ein Zweistufenmodell für die Rückkehr zu einem öffentlichen Konzert- und Veranstaltungsbetrieb entwickelt.

Welche Sofortmaßnahmen kann ich ergreifen, wenn ich durch Veranstaltungsabsagen etc. Einkommensausfälle haben?

  1. Ausfälle dokumentieren: Es empfiehlt sich unabhängig von aktuellen Unterstützungsmaßnahmen, dass alle Konzert-, Gagen-, und Honorarausfälle dokumentiert werden. Wir haben nach Vorgaben der Verdi ein Dokument erstellt, das für die individuelle Erfassung der Ausfälle genutzt werden kann. Dieses kann hier heruntergeladen werden (siehe rechts).
  2. Eine Änderungsmitteilung an die KSK schicken: KSK-Versicherte mit Einkommenseinbußen können der KSK schreiben und das geschätzte Arbeitseinkommen für 2020 nach unten korrigieren, um die Beitragszahlungen zu verringern. Das entsprechende Änderungsformular liegt hier.
  3. Aussetzung und Herabsetzung von Steuerzahlungen: Auf Antrag können laufende Vorauszahlungen zur Einkommensteuer bzw. Körperschaftssteuer herabgesetzt werden. Dazu bitte an das zuständige Finanzamt wenden.

Wo können Freiberufler*innen finanzielle Unterstützung erhalten?

Maßnahmen des Bundes:

  1. Stipendium des Musikfonds e.V.: Im Rahmen des Programms „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien stellt der Bund mittel für ein zeitlich befristetes Stipendienprogramm des Musikfonds e.V. zur Verfügung. Die Stipendien sollen Künstlerinnen und Künstlern der aktuellen Musikszene ermöglichen, Ideen für Musik in der Zeit während und nach der durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen zu entwickeln. Anträge können zwischen dem 3. und 16. August gestellt werden. Alle Informationen sind hier zu finden.
  2. Künstler*innenförderung der Initiative Musik: Im Rahmen des Programms „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien wurden die Fördermittel für die Künstler*innenförderung der Initiative Musik aufgestockt und die Förderbedingungen angepasst. Solo-Künstler*innen und Bands aus dem Bereich der Populären Musik können dort eine Förderung für Produktionen, Promotion-Maßnahmen und Touren beantragen. Der zu erbringende Eigenanteil wurde von 60% auf bis zu 10% des Projektvolumens herabgestuft. Die nächste Bewerbungsfrist endet am 11. August. Alle Infos hier.
  3. Arbeitslosengeld II beantragen: Die Beantragung der "Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II)", genannt ALG II, ist zentraler Bestandteil des Maßnahmenpakets der Bundesregierung Zur Existenzsicherung von Kleinunternehmer*innen und Solo-Selbstständige. Für einen befristeten Zeitraum bis September findet keine Vermögensprüfung statt. Auch sollen Miet- und Mietnebenkosten ohne weitere Prüfung übernommen werden. Auf der Seite der Agentur für Arbeit gibt es nun vereinfachte Formulare für die Beantragung von ALG II, sowie Antworten auf die häufigsten Fragen. Die Sonderregelungen gelten für Anträge, die bis zum 30.09.2020 bewilligt wurden. Hilfreiche Informationen für Selbstständige zur Beantragung der Grundsicherung sind in dieser Broschüre der ver.di zu finden.

Maßnahmen des Landes:

  1. Sonderprogramm "Niedersachsen dreht auf" des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur
    Das Land Niedersachsen unterstützt Solo-Selbstständige und
    Kultureinrichtungen, die von der Corona-Pandemie betroffen sind mit
    einem Sonderprogramm. Basis hierfür sind Förderkriterien, die vier
    Förderlinien enthalten. Alle Informationen hierzu finden sich unter
    https://www.mwk.niedersachsen.de

Kommunale Maßnahmen:

  1. Stadt Braunschweig: Die Stadt Braunschweig hat einen kommunalen Hilfsfonds für von der Corona-Virus-Pandemie existenziell betroffene Unternehmen, Selbstständige, Freiberufler, Kultureinrichtungen und weitere Einrichtungen geschaffen. Darüber hinaus können Kulturschaffende für in Folge der Corona-Pandemie abgesagte Engagements, Ausstellungen o. ä. eine Zuwendung erhalten. Auch verbrauchte Aufwendungen aus kulturellen Projekten, die nicht mehr oder verändert durchgeführt werden, sollen mit dem Hilfsfonds aufgefangen werden.
  2. Landschaft Oldenburg: Ein gesonderter Fond ist bereits ausgeschöpft. Die Landschaft berät aber zu ihren weiteren Förderinstrumenten.
  3. Stadt und Region Hannover: Der Sozialfonds von Stadt und Region Hannover richtet sich an Kurzarbeitende, Solo-Selbstständige, Freiberufler*innen oder Kleinunternehmer*innen (bis zu drei Beschäftigte), die unmittelbar von der CoronaSARS-CoV-2-Pandemie betroffen sind und deren Situation als besonderer Härtefall einzustufen ist. Die Stadt Hannover stellt im Rahmen eines Stabilitätspaketes außerdem zusätzliche Mittel für Projekt- und Konzeptionsförderungen im Zuge von Covid-19 zur Verfügung. Alle Informationen sind hier einzulesen.

Weitere Maßnahmen:

  1. Das Nothilfe-Programm der GEMA besteht aus zwei Säulen: Mit dem „Schutzschirm LIVE“ stellt die GEMA eine pauschale Nothilfe zur Verfügung, mit der Musikurheber eine Vorauszahlung auf ihre künftigen Ausschüttungen in den Live- und Wiedergabesparten beantragen können. Der „Corona-Hilfsfonds“, der finanzielle Übergangshilfen für individuelle Härtefälle im Rahmen der sozialen und kulturellen Förderung bereitstellte, ist bereits ausgeschöpft. Alle Informationen zur Antragstellung hier.
  2. Die Spendenaktion #MusikerNothilfe der Deutschen Orchester-Stiftung hat in elf Wochen seit dem Lockdown bereits fast 2 Millionen Euro Spenden eingesammelt. 1,1 Millionen Euro wurden in einer ersten Antragsrunde an Not leidende freischaffende Musikerinnen und Musiker ausgezahlt. Aufgrund der weiteren Spendenbereitschaft und Solidarität mit den Freischaffenden ist es für Betroffene ab dem 5. Juni wieder möglich, einen Antrag auf Soforthilfe zu stellen. Hilfszahlungen bis zu 500 € je Antragssteller sind möglich. Voraussetzungen sind der Nachweis der Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse und die Glaubhaftmachung entgangener Honorare durch coronabedingte Absagen von Auftritten. Antragsformulare zum Download und weitere Informationen sind erhältlich unter https://orchesterstiftung.de/Nothilfefonds/



Wo können Kulturinstitutionen finanzielle Unterstützung erhalten?

Maßnahmen des Bundes:

  1. Kurzarbeitergeld für Angestellte: Sofern Sie mindestens eine*n Mitarbeiter*in beschäftigen, können Sie Kurzarbeitergeld beantragen. Beim Kurzarbeitergeld übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 60-67 Prozent des ausgefallenen Nettolohns und erstattet der*m Arbeitgeber*in die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden. Für die Beantragung von Kurzarbeitergeld müssen mindestens 10 Prozent der Belegschaft von einem erheblichen Arbeitsausfall betroffen sein. Achtung: Achtung: Rechtzeitig beantragen (zum Monatsende)! Kurzarbeitergeld gibt es nicht für geringfügig Beschäftigte! Alle wichtigen Infos hier.
  2. Im Rahmen des Konjunkturprogramms NEUSTART KULTUR gibt es unterschiedliche Programme, die sich an verschiedene Zielgruppen richten und unterschiedliche Kosten decken. Eine Übersicht ist hier zu finden.
  3. Im Rahmen des Konjunkturprogramms gibt es eine Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb ganz oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten/müssen. Die Überbrückungshilfe muss über einen eingetragenen Steuerberater beantragt werden, dessen Konto allerdings im Antrag als Betriebsausgaben angegeben werden können. Die IHK bietet auf ihrer Internetseite einen Schnellrechner für die Berechnung der zustehenden Überbrückungshilfe an.
  4. Die Förderrichtlinie „Bundesförderung Corona-gerechte Um- und Aufrüstung von raumlufttechnischen Anlagen in öffentlichen Gebäuden und Versammlungsstätten“ sieht Zuschüsse für die Um- und Aufrüstung stationärer raumlufttechnischer (RLT) Anlagen vor, um den Infektionsschutz zu erhöhen. Die Förderung wird bis zu 40 Prozent der förderfähigen Ausgaben betragen, welche bei 100.000 Euro gedeckelt sind. Es werden auch RLT-Anlagen in Gebäuden und Versammlungsstätten von Ländern und Kommunen sowie von Trägern, die überwiegend öffentlich finanziert werden und nicht wirtschaftlich tätig sind, gefördert. Zuschüsse können ab sofort beim Bundeswirtschaftsministerium beantragt werden.
    Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) gewährt Landesmittel zur Ko-Finanzierung dieses Bundesprogramms. Die Zuwendungshöhe ergibt sich aus den Vorgaben des Bundes zum Eigenanteil. Die Förderkriterien für die Ko-Finanzierung des Landes sowie den entsprechenden Antrag finden Sie hier.

Maßnahmen des Landes:

  1. Corona-Sonderprogramm für gemeinnützige Kultureinrichtungen und Kulturvereine: Das Programm des MWK richtet sich an Einrichtungen und Vereine mit Sitz in Niedersachsen, die überwiegend Zwecke der Förderung von Kunst und Kultur verfolgen, ein regelmäßiges Kulturangebot vorhalten und in Folge der Covid-19-Pandemie in eine existenzbedrohliche Wirtschaftslage und/oder in Liquiditätsengpässe geraten sind. Antragsberechtigt sind gemeinnützige rechtsfähige juristische Personen des privaten Rechts (z. B. e.V., gGmbH, Stiftungen), sofern sie nicht wirtschaftlich und damit dauerhaft am Markt als Unternehmen tätig sind. Ein Antragsstichtag ist nicht vorgesehen. Anträge können bis zum 31.10.2020, vorbehaltlich der Verfügbarkeit der Mittel, gestellt werden. Zum Antrag.
  2. Investitionsprogramm für niedersächsische Kulturinstitutionen: Das Niedersächsische Investitionsprogramm für kleine Kultureinrichtungen zielt darauf ab, notwendige Anschaffungen zu ermöglichen sowie die bauliche und technische Infrastruktur so weiterzuentwickeln, dass ein attraktives und zeitgemäßes Kulturangebot vorgehalten werden kann. Das Programm soll darüber hinaus zur Stärkung des ehrenamtlichen Engagements und privater Initiativen im Kulturbereich beitragen. Das Programm richtet sich an kleine Kultureinrichtungen, die in der Regel über nicht mehr als drei Vollzeitstellen verfügen oder nicht mehr als fünf eigenproduzierte Neuproduktionen im Kalenderjahr durchführen. Alle Informationen zur Antragstellung hier.

Wo können Orchester / Freie Ensembles / Bands finanzielle Unterstützung erhalten?

Vorab: Sind Sie als Orchester / Freies Ensemble / Band als Verein oder Unternehmen organisiert, stehen Ihnen vereinzelt auch die Programme für Kultureinrichtungen zur Verfügung.

Maßnahmen des Bundes:

  1. Künstler*innenförderung der Initiative Musik: Im Rahmen des Programms „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien wurden die Fördermittel für die Künstler*innenförderung der Initiative Musik aufgestockt und die Förderbedingungen angepasst. Solo-Künstler*innen und Bands aus dem Bereich der Populären Musik können dort eine Förderung für Produktionen, Promotion-Maßnahmen und Touren beantragen. Der zu erbringende Eigenanteil wurde von 60% auf bis zu 10% des Projektvolumens herabgestuft. Die nächste Bewerbungsfrist endet am 13. Oktober. Alle Infos hier.

Wo können Studierende finanzielle Unterstützung erhalten?

  1. Studierende, die keine BAföG-Berechtigung haben (z.B. aufgrund des Alters, Überschreiten der Regelstudienzeit) und sich in einer pandemiebedingten Notlage befinden, können einen monatlichen Zuschuss von 500€ beantragen. Einen Zuschuss erhalten Studierende nur dann, wenn ihr Kontostand geringer als 500€ ist. Anträge können hier gestellt werden.
  2. Studierende, die durch die Corona-Krise finanziell betroffen sind, können sich auf der Seite des Bundesministerium für Bildung und Forschung über veränderte Richtlinien in Bezug auf den Erhalt von BAföG informieren. Studierende ohne BAföG-Berechtigung, die aufgrund der aktuellen Situation ihr eigenes Einkommen aus Nebenjobs verlieren, können Anspruch auf Sozialleistungen haben (Arbeitslosengeld II, Wohngeld).
  3. Für Studierende der HMTMH gibt es die Möglichkeit eine Nothilfe zu beantragen. Die Unterstützung kommt von der Ernst von Siemens Stiftung, Anträge laufen jedoch ausschließlich über die HMTMH.

Die Veranstaltung, für die ich gebucht wurde, fällt aus. Steht mir eine Ausfallgage zu?

Wertvolle Informationen zur rechtlichen Situation bei der Absage von Veranstaltungen können auf der Seite der Kanzlei Laaser nachgelesen werden. Hier haben wir die wichtigsten Aspekte zusammengefasst:

  1. Überprüfen, ob der Vertrag eine Klausel zur Regelungen von höherer Gewalt beinhaltet. Wenn ja gilt diese.
  2. Wenn nicht, gilt das Gesetz. Hier gilt die Frage, ob die Veranstaltung aus freien Stücken abgesagt oder behördlich untersagt wurde.
  3. Regelung bei behördlich untersagten Veranstaltungen auf Grund "höherer Gewalt": Hier tritt der Fall der sogenannten Unmöglichkeit ein. Künstler*innen sind von der Pflicht entbunden aufzutreten, ihnen steht aber auch keine Gage zu.
  4. Bei Absagen aus freien Stücken und ohne behördliche Absage oder Empfehlung ist der Veranstalter in der Regel an die Vertragspflichten gebunden. Aber: tritt der Fall von "höherer Gewalt" nachträglich ein, entfällt auch in diesem Fall das Recht auf Gage. Die rechtliche Situation ist außerdem unklar, wenn es sich um eine Absage auf Grund behördlicher Empfehlung handelt.
  5. Ob bei Absage ein Recht auf Teilhonorar besteht, ist individuell zu prüfen. Dabei gelten unterschiedliche Regelungen für Werk- und Dienstverträge. Tiefergehende Informationen sind dem Video zu entnehmen.

In Fällen, in denen die rechtliche Situation unklar ist, empfiehlt der DOV:

  1. Versuchen Sie, sich auf eine Verschiebung des Veranstaltungstermins zu einigen.
  2. Ist dies nicht möglich, machen Sie vertraglich vereinbarte Ausfallhonorare geltend oder versuchen Sie, diese nachträglich mit dem Veranstalter auf Kulanzbasis zu vereinbaren.
  3. Bewahren Sie Vertragsvereinbarungen und Absagen in schriftlicher Form zur Dokumentation auf und dokumentieren Sie die Ihnen entgangene Honorare. Dies könnte zu einem späteren Zeitpunkt nützlich werden.
  4. Beim Abschluss neuer Verträge verhandeln Sie bereits jetzt über mögliche Ausfallhonorare.

Ich bin Musiker*in / Veranstalter*in / Kulturvermittler*in und möchte meine Angebote online zur Verfügung stellen. Welche Plattformen kann ich für Livestreams und Videos nutzen?

Hinweis: Die Nutzung der unterschiedlichen Tools und Plattformen bedingt eine Datenübertragung zu den jeweiligen Anbietern. Informieren sie sich vorab zu deren Umgang mit Nutzer*innendaten und verwenden Sie sie mit entsprechender Umsicht. Tipps für Datenschutz bei Zoom finden Sie hier.

Für Videos und Livestreams gibt es mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlicher Plattformen, die sich in Größe und Funktionsumfang unterscheiden. In unserem Service-Bereich haben wir Digitale Tools und Plattformen für verschiedene musikalische Dienstleistungen und Angebote zusammengestellt.


Ärger vermeiden


Bei der Planung eines Online-Konzerts sind die Handlungsempfehlung der Bundesregierung weiter zu berücksichtigen. Infektionsketten lassen sich nur bei einer
Vermeidung aller Kontakte wirklich nachhaltig durchbrechen.

Neben den oben bereits erwähnten Überlegungen zum Thema Datenschutz sollte natürlich auch das Urheberrecht bei der Veranstaltung von Online-Konzerten beachtet werden. Hierzu die Hinweise der GEMA zum Thema Live-Streaming.

Wo finde ich Tipps zur Umsetzung und Gestaltung digitaler Formate?

Im Rahmen der Kulturpolitischen Akademie der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. haben wir einen Vortrag zum Thema Musik und Corona gehalten, in dem wir u.a. digitalen Plattformen und Tools für Musikschaffende vorgestellt haben. Die Aufzeichnung kann hier angeschaut werden.

Der Kreativität sind in der Umsetzung keine Grenzen gesetzt. Hier ein paar bereits existierende digitale Formate und Aktionen zur Inspiration:

Welchen Unterstützungsinitiativen kann ich mich als Kulturschaffende*r anschließen?

Verschiedene Plattformen bündeln Engagement und bieten Kulturschaffenden die Infrastruktur, um Unterstützung zu organisieren oder sichtbar zu werden:

Ich erhalte aktuell öffentliche Fördermittel für ein Projekt, das nun verschoben werden muss / nicht stattfinden kann. Was bedeutet das für die Fördermittel?

Dies ist im einzelnen mit den Förderern abzustimmen. In der Regel bleibt die Förderzusage auch bei Absage der Veranstaltung wirksam, da es sich um höhere Gewalt handelt. In jedem Falle ist es wichtig, fördernde Institutionen über den aktuellen Stand des Projektes zu informieren. Die Stiftung Niedersachsen hat sich bereits dazu geäußert.

Auch die Niedersächsische Sparkassenstiftung hat hierzu ein Statement abgegeben: „Die Niedersächsische Sparkassenstiftung fühlt sich auch bei den aktuellen Herausforderungen durch das Coronavirus an ihre Förderzusagen gebunden. Die zugesagten Mittel können in die Zukunft übertragen werden, sofern das Vorhaben verschoben werden soll. Darüber hinaus behalten wir uns eine Einzelfallentscheidung vor. Bitte nehmen Sie dafür rechtzeitig Kontakt mit uns auf.“

Zahlreiche Stiftungen haben außerdem den Aufruf des Arbeitskreis Förderstiftungen unterzeichnet, der zu Engagement der Stiftungen in der Corona-Krise aufruft. Das Statement und die teilnehmenden Stiftungen finden sich hier.

Die Senatsverwaltung für Kultur und Europa Berlin hat eine Grafik zum Umgang mit COVID 19 im Rahmen der Projektförderung veröffentlicht. Diese bietet einen guten Überblick über einzuleitende Schritte, wenn Ihr Projekt mit öffentlichen Mitteln gefördert ist.

Unter welchen Umständen dürfen Orchester und BigBands wieder proben?

Das Proben ist auch in geschlossenen Räumen seit dem 13.07. wieder erlaubt, Einhaltung der Abstandsregel vorausgesetzt. Dies gilt auch für Ensembles und Orchester mit Bläser*innen. Auf der Seite des Niedersächsischen Musikverbandes erfahren Sie Näheres dazu. Hilfestellungen für die Erstellung eines Hygienekonzepts gibt es hier. Im Zweifelsfall ist eine Abstimmung mit dem örtlichen Gesundheitsamt von Vorteil.

Kontakt

Landesmusikakademie und Musikland Niedersachsen gGmbH
Geschäftsstelle Musikland Niedersachsen

info@musikland-niedersachsen.de

T +49 511 64279204

Die Landesmusikakademie und Musikland Niedersachsen gGmbH ist eine Gesellschaft des Landesmusikrats Niedersachsen e.V. in Kooperation mit dem Land Niedersachsen, der Stiftung Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.