Hoch empor. Orgeln in Niedersachsen - Eröffnungskonzert

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Arp Schnitger, 1648 in der Wesermarsch geboren, gilt mit rund 170erbauten und umgebauten Orgeln bis heute als einer der bedeutendsten Orgelbauer aller Zeiten. Allein in Niedersachsen finden sich noch 20 Orgeln, die seine Handschrift tragen. 2019 jährt sich sein Todestag zum 300. Mal. Anlässlich dieses Jubiläums wird Musikland Niedersachsen gGmbH im Auftrag des Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) die Kampagne Hoch empor. Orgeln in Niedersachsen koordinieren und umsetzen. Geplant sind zahlreiche Veranstaltungen im ganzen Land.

Mit einem großen Festakt wird der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler das Arp-Schnitger-Jubiläumsjahr am 12. März 2019 um 19:00 Uhr in der Kirche St. Cyprian und Cornelius in Ganderkesee eröffnen.

Der Abend bietet ein musikalisch vielseitiges Programm von musikalischen Werken aus der Zeit Schnitgers, über eine Auftragskomposition mit Chor hin zu Jazzimprovisationen. Mit einem mittelalterlichen Organetto und der Mundorgel Sheng aus China erwarten Sie zudem faszinierende Orgelklänge jenseits der Empore.

Vorverkauf

Tickets (10€ | erm. 5€) für die Veranstaltung sind ab dem 18.02. zu den jeweiligen Öffnungszeiten vor Ort erhältlich:

Kornkraft Bioladen Ganderkesee
Bergedorfer Str. 1, 27777 Ganderkesee

Kirchengemeinde Ganderkesee
Ring 14, 27777 Ganderkesee

oder können per Mail (kirchenbuero.ganderkesee@kirche-oldenburg.de) oder telefonisch unter 04222 94200
vorbestellt werden.

Bus Shuttle aus Hannover

Shuttle-Bus ab Hannover
Abfahrt: 15:15 Uhr ZOB Hannover | Rückfahrt: 22:00 Uhr Ganderkesee | Kosten 10€

Anmeldungen für das begrenzte Platzkontingent des Shuttle-Busses bitte bis zum 8.3. unter der E-Mail Adresse knoll@musikland-niedersachsen.de oder telefonisch unter 0511 642 792 06.

Die Künstler*innen des Abends

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Elsa Thop

Wu Wei, Sheng Virtuose, wurde in China geboren. Nach seinem Studium am Musikkonser-vatorium Shanghai hatte er erste Erfolge als Solist des Orchesters für chinesische klassi-sche Musik in Shanghai, bevor er 1995 durch ein DAAD-Stipendium an die Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ nach Berlin kam. Wu Wei wurde seitdem u.a. mit dem deutschen Weltmusikpreis „Musica Vitale” und dem „International Classic Music Award 2015“ ausgezeichnet. Als Solist ist er regelmäßig bei zahlreichen Festivals und verschiedenen renommierten Orchestern und Ensembles auf der ganzen Welt zu Gast. Er widmet sich nicht nur der klassichen Musik, sondern ebenso dem Jazz und der Neuen Musik. In den letzten Jahren wirkte er als Interpret an mehr als 400 Uraufführungen für zeitgenössische Kompositionen mit. Seit 2013 ist er als Professor am Musikkonservatorium Shanghai tätig.

Thorsten Ahlrichs stammt aus Wilhelmshaven. Er studierte Kirchenmusik und Cembalo an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, war Assistent an der Hauptkirche St. Petri Hamburg und Organist an der Hauptkirche St. Trinitatis Altona, bevor er von 2007 bis 2014 Kantor und Organist an der Michaeliskirche Kaltenkirchen und ehrenamtlicher Hoforganist am Schloss Gottorf, Schleswig war. Seit 2015 ist er Kreiskantor im Kirchenkreis Delmenhorst/Oldenburg-Land mit Sitz an der St. Cyprian- und Corneliuskirche Ganderkesee mit ihrer Arp-Schnitger-Orgel (1699/1760).Als Organist und Cembalist konzertierte er in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Po-len, Dänemark, Schweden und Norwegen.Für das Schnitger-Gedenkjahr 2019 ist er Beauftragter der Ev. – Luth. Kirche in Oldenburg für die Entwicklung, Koordination und Begleitung von verschiedenen Projekten.

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Lukas Klose

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Christoph Schönbeck

Veit-Jacob Walter widmet sich der Musik aus der Zeit des 13. bis 18. Jahrhunderts und verfolgt dabei auch das Anliegen, ikonographische Auswertungen mit schriftlichen Quellen zu Musik und Instrumentenbau zu verbinden und in die Aufführungspraxis zu integrieren. Er ist als Spezialist für frühe Tasteninstrumente, Cembalist und Organist konzertant im In- und Ausland tätig, wobei seine stilistische Bandbreite vom Mittelalter bis in die zeitgenössische Musik reicht. Der mehrfache Preisträger studierte neben Komposition und Orgel, mittelalterliche Tas-teninstrumente an der Schola Cantorum Basiliensis und Cembalo an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz und schloss beide Studiengänge mit Auszeichnung ab. Seit dem Wintersemester 2018 hat er eine Gastdozentur für Alte Tasteninstrumente und Theorie/Instrumentenkunde Alte Musik an der der Université Antonine, Beirut inne. Er ist Stipendiat der Deutschen Clavichord-Societät (DCS).

Daniel Stickan studierte an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg Künstlerisches Orgelspiel und Jazzpiano. Er erhielt mehrere Auszeichnungen und war Stipendiat des Nie-dersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.Er veröffentlichte seitdem mehrere CDs, von denen zwei für den Preis der Deutschen Schall-plattenkritik nominiert wurden. Neben Konzerten auf zahlreichen internationalen Jazz- und Kirchenmusikfestivals erschienen Portraits im NDR, dem Deutschlandfunk und der ARD. Als Komponist hat er Chorwerke, Jazzkompositionen und Bühnenmusiken geschrieben, Opern von Gluck und Händel bearbeitet und entwickelt seit 2009 neue Formen von Kirchenmusik in Kooperation mit dem Saxophonisten Uwe Steinmetz.

Jazz mit Kirchenorgeln ist nach wie vor etwas Besonderes. Es gibt zwar viele sehr gute Organisten, aber Musiker, die die Fähigkeit haben, auch die rhythmischen Komponenten des Jazz auf dieses Instrument zu übertragen, sind rar. Daniel Stickan ist da eine absolute Ausnahme.“ (NDR)
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Thomas Schlömann

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Northern Spirit wurde 2006 von dem australischen Komponisten und Dirigenten Gordon Hamilton gegründet. Seitdem pflegt der Chor einen regen in-ternationalen Austausch mit anderen Chören und arbeitet stets an der Erweiterung seines Repertoires. Konzert-Tourneen führten den Chor bereits nach Spanien, Frankreich, England, Island und Australien. Außerdem nahm der Chor in den letzten Jahren an Festivals und Wettbewerben in Bethlehem und Ramallah, Krakau und Riga teil.

Seit 2012 wird der Chor von Jaret Choolun geleitet. Selbst langjähriges Mitglied der weltweit erfolgreichen Australian Voices, erneuerte und vertiefte er die musikalische Verwurzelung des Chores in der zeitgenössischen australischen Chormusik. Northern Spirit konnte bei den dritten European Choir Games Riga 2017 sowohl in der Kategorie Kammerchor als auch im übereuropäischen Grand Prix of Nations die internationale Jury überzeugen und wurde mit zwei Goldmedaillen belohnt.

Die Orgel

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Foto:

Christoph Schönbeck

Für die gotische Hallenkirche St. Cyprian und Cornelius in Ganderkesee lieferte Arp Schnitger gemäß dem am 19. April 1699 geschlossenen Vertrag ein Orgelwerk mit 16 Registern, verteilt auf zwei Manuale und angehängtem Pedal. Schnitger erbaute das Werk in sehr kurzer Zeit, am 7. Oktober 1699 fand die Abnahme des Instruments statt. Die Orgel wurde durch Einlagerung vor den Einwirkungen des 2. Weltkrieges geschützt. In den Jahren 1934 und 1966 wurde die Orgel durch Orgelbau Führer, Wilhelmshaven restauriert, allerdings im Geiste der Zeit, so dass im Jahre 1999 zum Jubiläum
der Orgel der Wunsch aufkam, die Orgel erneut nach dem neusten Stand der Wissenschaft zu restaurieren. Von 2003 - 2005 wurde die Orgel von Orgelbau Heiko Lorenz, Wilhelmshaven umfassend restauriert. Während der Restauration wurde das Pfeifenwerk überarbeitet, verlorene Register im Schnitger-Stil rekonstruiert, die Tastaturen nach dem Vorbild der Schnitger-Orgel Dedesdorf wieder hergestellt, die Balganlage nach Schnitgers Vorbild rekonstruiert und die mitteltönige Stimmung gelegt. So präsentiert sich das Instrument nun wieder im Klanggewand des Jahres 1760. Text: Thorsten Ahlrichs

Hoch empor. Orgeln in Niedersachsen ist eine gemeinsame Initiative der Musikland Niedersachsen gGmbH und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur anlässlich des Arp Schnitger-Jubiläumsjahrs 2019.